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Die Ausstellung „Kunst und Kalter Krieg“ im Deutschen Historischen Museum

Kunst und Kalter KriegWer hätte das gedacht? Da steht man vor einem Bild von Willi Sitte und muss einfach bekennen, dass er ein guter Maler ist. Diese Tatsache wurde gerne übersehen im ideologischen Streit über die Macht der Bilder oder die Macht der Professoren in Dresden und Leipzig, als die Mauer nicht nur in den Köpfen bestand. In dem irrsinnigen Glauben, dass ein guter Künstler auch ein guter Mensch sein müsse, warf man dem sozialistischen Realisten seine Verstrickungen ins Machtgefüge der DDR vor, um sich um seine Qualitäten erst gar nicht kümmern zu müssen. So unterschiedlich die Künstler in beiden deutschen Staaten auch arbeiteten, es ist nicht zu übersehen, dass sie wie an einem dünnen Bindfaden oder Gummiband doch miteinander verbunden waren – in Zuneigung, aber noch mehr in heftiger Ablehnung. Dabei sind beim Auseinanderdriften nach dem Weltkrieg die Positionen von den Erfahrungen vorgegeben, und kurz vor der friedlichen Revolution war man sich schon wieder näher gekommen, was man unter anderem daran erkennen kann, dass der uninformierte Betrachter kaum erkennen kann, wo der Künstler denn gearbeitet hat.

Text: Qpferdach

tip-Bewertung: Sehenswert

Kunst und Kalter Krieg,
Deutsches Historisches Museum, Pei Halle, Hinter dem Gießhaus 3, Mitte, tgl. 10-18 Uhr, bis 10.1.2010

 

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