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Die Galerie Michael Haas präsentiert das Spätwerk des Malers Eugиne Leroy

Leroy_Double_visage_c_Lea_Gryze_co_DIEREPROFOTOGRAFENDoch schaut man genauer hin, schält sich Stück für Stück mal ein angedeuteter Kopf, mal ein Körper aus der Farbmasse heraus. Auch die Titel helfen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Aber darum geht es nicht. Hier trägt jemand über Jahre Schicht für Schicht Farbe auf eine Leinwand auf, lässt sie stehen, bearbeitet sie weiter, bis sie irgendwann den richtigen Grad an Reife und Dichte erreicht hat. Großartige Bilder sind das Resultat. Wenn man ganz nah herangeht, sieht man, mit wie viel Gespür und welcher Genauigkeit das gemacht ist, in welcher Reinheit die Farben strahlen. Hier wurde nicht einfach drauflosgematscht, das ist gut komponiert. Man merkt den Werken die große Erfahrung des über 80-jährigen Eugиne Leroy an. Konzentriert und abseits von allem arbeitete er bis zu seinem Tod in der nordfranzösischen Provinz.

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Der kürzlich verstorbene Maler Günther Förg, der ihn sehr schätzte, sagte über ihn, dass „der sich als alter Sack noch jede Menge Aktmodelle hat kommen lassen und dann seine Bilder dermaßen zugemalt hat, dass nichts mehr zu sehen ist als Farbe, dick wie ein Staubfänger. Das ist wirklich toll!“ Leroy führt uns vor, was Malerei immer nur ist und sein kann: eine Ahnung von etwas, ein Durchdringen, aber gleichzeitig auch ein völliges Loslösen von allen Lebewesen und Gegenständen der Welt. Im Endeffekt: Farbe, einfach nur Farbe.

Text: Michael Wagner

Foto: Lea Gryze c/o DIE REPROFOTOGRAFEN

tip-Bewertung: Herausragend

Eugиne Leroy – Das Spätwerk Galerie Michael Haas, Niebuhrstraße 5, Charlottenburg, Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 11–14 Uhr, bis 15.2.

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