Kultur

Die Verbrechen-App

iPhone - Verbechen-AppDas iPhone weiß alles: Es weiß, wo die nächste Tankstelle, Toilette oder Bar ist, es weiß, wie man am schnellsten zur U-Bahn kommt und wo es die beste Pizza gibt. Und neuerdings sagt es auch noch, was für Verbrechen gleich neben der Pizzeria oder in der eigenen Nachbarschaft passiert sind. Überraschend ist das, was die Verbrechen-App anzeigt, die der Berliner Informatiker Tarik Tokic entwickelt hat, nicht. Dass rund um den Hermannplatz regelmäßig Drogendealer festgenommen, Handtaschen geraubt, Tankstellen überfallen, Autos angezündet und Leute zusammengeschlagen werden, ist bekannt. Sieht man allerdings all diese Delikte auf einmal auf dem Bildschirm versammelt, fragt man sich, wie man bisher einfach so durch die Straßen Neuköllns schlendern konnte. Überhaupt scheint es in ganz Berlin von Verbrechern nur so zu wimmeln. Die App beruht auf Polizeimeldungen, die man über die roten Buttons aufrufen kann. Schnell relativiert sich der erste Schreck. Betrunkene, die rumgepöbelt, oder Jugendliche, die sich bewusstlos gesoffen haben, werden hier auch als Verbrecher aufgeführt. Irgendwie weiß man nicht, was man mit den ganzen Infos anfangen soll. Soll man die App bei der Wohnungssuche nutzen? Oder um Touristen abzuschrecken? Sinnvoll ist sie eigentlich nur dann, wenn man Drogen kaufen will. Wer weiß, wo die meisten Dealer aufgegriffen wurden, weiß, wo es welche Drogen gibt?

Text: Katharina Wagner

Verbrechen App erhältlich im iTunes Store, 0,79 Euro, Infos unter www.verbrechen-app.de

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