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DMY Designfestival in Berlin 2012

DMYView-Hangar7-from-aboveVom kreativen Wanderzirkus zur gut besuchten Designschau mit festem Wohnsitz am Flughafen Tempelhof – das einstige Nachwuchsfestival DMY ist zur festen Größe geworden. In letzter Zeit gab es aber auch Kritik an den ehemaligen Designmai-Youngsters. Ein bisschen beliebig sei die Veranstaltung geworden, war zu hören, zu unübersichtlich und zu groß. DMY-Chef Jörg Suermann begegnet diesen Vorwürfen mit Gelassenheit: „Wir mussten uns ja auch erst mal auf dem großen Gelände zurechtruckeln. Außerdem nehmen wir immer neue Aussteller dazu, auch aus dem Ausland, da kann man nicht alles bis ins Letzte vorplanen.“ Insgesamt sieht er seine Veranstaltung aber auf einem guten Weg. Und er hat neben den guten Besucherzahlen auch ein weiteres Argument auf seiner Seite: Der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland wird in diesem Jahr vom DMY vergeben. Bisher war das Sache des Rates für Formgebung in Frankfurt, aber in einer öffentlichen Ausschreibung konnte sich das DMY-Festival gegen den etablierten Konkurrenten durchsetzen. Dass man darüber in Frankfurt nicht gerade begeistert war, kann Suermann verstehen: „Ich habe da jetzt sicher ein paar Freunde weniger.“ Für sein Festival, das ja mal als Nachwuchsschau begonnen hat,  bedeutet der Preis eine weitere Aufwertung. Das zeigt sich auch in der Jury, die der DMY für den Preis gewinnen konnte: Designprofis wie Mateo Kries vom Vitra-Museum oder Uta Brandes von der Designhochschule Köln sind dabei.

DMY_Pavel-Eekra2011Und auch für den Besucher ist diese Entwicklung des DMY interessant. Alle Bewerbungen werden zusammengefasst in einem Hangar gezeigt. Einen guten Überblick über aktuelles deutsches Produkt- und Kommunikationsdesign sollte man sich also in jedem Fall beim DMY 2012 verschaffen können.
In den anderen Hangars wird es die DMY-übliche Mischung aus großen und kleinen Ausstellern mit Messeständen geben sowie Marken und Hochschulen, die sich präsentieren. Gerade bei den Großen sieht Jörg Suermann eine interessante Entwicklung: „Immer mehr Hersteller gehen dazu über, junge Gestalter für bestimmte Projekte zu engagieren. Die bekommen dann Geld und Förderung und können damit ihre Ideen für eine große Marke verwirklichen. Davon werden wir beim DMY einiges sehen.“

Auch der DMY selbst ist bereits eine Marke geworden, eine internationale mit Berlin als Basis. Mittlerweile sind Suermann und sein Team das ganze Jahr in der Welt unterwegs, um auf Messen und Designtreffen Berliner Kreative zu präsentieren. Neben den großen Schauen in Europa und Asien dieses Jahr jetzt auch in den Boomländern Brasilien und Indien.
Die Basis kommt aber bei diesem DMY auch zum Zug. Mit der „Nachtschicht“ knüpft man an die Tradition der offenen Werkstätten an. Zusammen mit dem Netzwerk Create Berlin hat man 58 Designstudios gewinnen können, ihre Arbeitsräume und ihre aktuellen Projekte zu zeigen. Man hat also beim DMY 2012 auch wieder die Möglichkeit, Berliner Design da zu sehen, wo es entsteht

Text: Iris Braun
Fotos: Jürgen Schroeder, Bernhard Ludewig


DMY Designfestival
Flughafen Tempelhof,
vom 6.–10.6.,
diverse Satelliten-Veranstaltungen in der ganzen Stadt;
„Lange Nacht der Designstudios“, 7.6., ab 19.00,
www.dmy-berlin.com

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