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Elternsprecher: Namenstag

NamenstagEs gibt Menschen, die müssen ein Leben lang ihren Namen buch-
stabieren. Meine frühere Schulfreundin Telke zum Beispiel. Auch Ubbo erklärte jedem Lehrer ungefragt, warum seine Eltern ihn auf so einen friesischen Namen taufen ließen. Am schlimmsten traf es aber Backe-Boe – weswegen er sich bereits in der ersten Klasse einen robusten Humor zulegte. Einen Namenstag konnten diese drei nie feiern. Aber da geht es ihnen wie Mandy und Kevin. Und neuerdings auch Emilie-Extra, Pepsi-Carola und November. Den Eltern sind kaum Grenzen gesetzt. Gibt es einen eindeutigen ersten Jungsvornamen, darf der zweite ruhig Andrea oder Maria lauten. Hinzu kommen alle die Namen, die in den jeweiligen Herkunftsländern der Familie gang und gäbe sind: wie etwa Ai (Mädchen, korea­nisch), Kwasi (Junge, afrikanisch), Özlem (Mädchen, türkisch), Stasys (Junge, litauisch), Jimi Blue (Sohn, Uwe Ochsenknecht) oder neuerdings: Djehad (auch Dschihad geschrieben). Das Kammergericht gab einem Vater recht, seinem Jungen diesen in arabischen Ländern durchaus gebräuchlichen Vornamen zu geben. Die Übersetzung „Heiliger Krieg“ sei zwar von radikalen Islamisten als Kampfbegriff gegen sogenannte Ungläubige verbreitet worden, habe aber nichts mit der ursprünglichen Bedeutung des Wortes zu tun: nämlich der Verpflichtung des Muslim zum geistigen und gesellschaftlichen Einsatz für die Verbreitung des Glaubens. Dass der Vater ein glühender Verehrer der Taliban ist, ändert nichts an dem Richterspruch. Man sieht den Kleinen förmlich schon auf einer Anti-Israel- oder Anti-Mohammed-Karikaturen-Demo mit einem Selbstmörderbombengürtel aus Plastik.

Apropos Mohammed: In Amsterdam wurden 2008 die meisten männlichen Babys nach dem islamischen Propheten benannt. Namen ändern sich – manchmal auch im Laufe des eigenen Lebens. Backe-Boe heißt heute Nils.
Text: Britta Geithe

 

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