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Exklusive Plakat-Edition von Heidi Specker

„Es war ein ­gutes Angebot“ – Heidi Specker ist eine der interessantesten Foto­graf*innen Berlins. Ein schöner Grund für den tip, mit ihr eine Plakat-Edition zum Monat der Fotografie zu machen. Die Plakate liegen kostenfrei aus.

Heidi Specker: „In Front Of, Katze“

Heidi Specker hat Fotografie in Bielefeld und Leipzig – wo sie jetzt als Professorin lehrt – studiert und lebt seit 1992 in Berlin mit Atelier in Kreuzberg. 2016 hatte sie eine Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie, zu der „In Front Of, Katze“ (l.) entstand.

tip Heidi Specker, wir sind zu Ihnen gekommen sind, um eine Fotoedition mit Ihnen zu machen. Sie aber wollten lieber eine Plakataktion machen. Warum?
Heidi Specker Eine Edition fand ich in dem Fall als Format ein bisschen langweilig. In unserem Gespräch haben Sie gesagt, dass Sie mit mir etwas MACHEN wollen. Und ein Plakat, das man sich frei mitnehmen kann, ist mehr MACHEN als eine Edition.

tip Sie wollten, dass das Plakat auch den Ausstellungskontext verlässt. Dass es also in der Berlinischen Galerie zu haben ist, aber ebenso im Grips Theater und im Kino Inter­national.
Heidi Specker Ich finde es interessant, neue Leute zu erreichen. Deshalb habe ich mich auch für dieses Motiv der Katze entschieden. Die Katze ist ein Pop-Motiv, aber es gibt diese visuelle Irrita­tion, so dass man sich zumindest einmal fragen muss, was sehe ich da eigentlich? Und das fand ich schön.

tip Und was sehe ich da eigentlich?
Heidi Specker Das Foto ist 2016 für eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie entstanden. Ich habe an einer großen Porträtarbeit gearbeitet, mit vielen Leuten. Sie heißt „In Front Of“ und auf den meisten Fotos sind Menschen drauf. Aber zweimal gibt es auch das Motiv der Katze, sie hat mir in der Serie Glück gebracht. Auf dem einen Foto ist eine Porzellankatze zu sehen, die ich am Kotti gekauft habe. Ich war auf dem Weg ins Studio, ein Junkie hat sie auf der ­Straße angeboten. Später kam die Katze auf einem T-Shirt als zweites Motiv dazu. Ein ­Modell ist drei Mal gekommen. Und dann hatte sie zum Schluss dieses T-Shirt mit der Katze drauf an und dazu noch eine hellblaue Perücke dabei. Und so ist das Bild entstanden.

tip Das heißt, Sie haben es nicht inszeniert?
Heidi Specker Ich habe es so gesehen. Es war ein gutes Angebot.

tip Bekannt geworden sind Sie mit den Speckergruppen, mit Architekturfotografie.
Heidi Specker Ja, aber das war auch da schon immer manipuliert in dem Sinne, dass die Architektur irgendwie irritierend aussah. Genau wie bei dieser Porträtserie, die ist ja auch nicht unbedingt das, was man erwartet. Und gleichzeitig ist sie es dann doch. Ein Hybrid.

tip Ist das eine Charakteristik Ihrer Fotografie, das Hybride?
Heidi Specker Ja. Manchmal spreche ich auch von Aggregatzuständen, also nicht zwei, sondern drei Deutungen, eine mehrfache Lesbarkeit. Bei „In Front Of, Katze“ ist das Hybride die Perücke, die Kunstfaser, die kein Haar ist, aber irgendwie doch. Die Katze, die das Bild einer Katze ist. Und noch dazu ein Bild im Bild. Mit der Arbeit beziehe ich mich auf Dada und Collage, aber auch auf Social Media. Auf Social Media geht Katze immer.

tip Sie waren in der Jury zum Monat der Fotografie. Wie war die Arbeit?
Heidi Specker Im Grunde haben wir fast alles durchgewunken, nur bei zwei Einreichungen habe ich mich wirklich auf die Hinterbeine gestellt. Ansonsten finde ich: Die Veranstaltung braucht einen Kurator oder eine Kuratorin. Zwingend, dringend. Klar kann der Monat der Fotografie ein Potpourri sein, aber er muss deutlich einem Gedanken oder einem Thema folgen.

Wo Sie das Plakat „In Front Of, Katze“ von Heidi Specker & tip bekommen: Unsere 1.500 Plakate liegen ab 27. September abends zur kostenfreien Mitnahme an folgenden Orten aus

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, Kreuzberg

Grips Theater, Altonaer Str. 22, Tiergarten

Kino International, Karl-Marx-Allee 33, Mitte

tip Berlin, Paul-Lincke-Ufer 42/43, Kreuzberg (von Heidi Specker signierte Exemplare).

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