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Fanmeilen-Veranstalter soll das MyFest organisieren

Fanmeilen-Veranstalter soll das MyFest organisieren

Im letzten Jahr besuchten 250.000 Menschen das Myfest in Kreuzberg, viele Leute drängelten sich auf engem Raum durch die Straßen, entlang an den Ess-Ständen und Bühnen. Anwohner beschwerten sich über verstopfte Hauseingänge und Wildpinkler, auch Sicherheitsbedenken wurden geäußert. Das Fest, was 2003 eingeführt wurde, um den 1. Mai-Krawallen rund um die Oranienstraße mit einem friedlichen Straßenfest entgegenzuwirken, wurde in den vergangenen Jahren von den Anwohnern zusammen mit dem Bezirk organisiert. Nun will dieser die Organisation des wachsenden Fests nicht mehr alleine stemmen und sucht nach einem passenden Partner. Willy Kausch, der auch Silvester am Brandenburger Tor und die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni organisiert, kennt sich mit Großveranstaltungen aus und ist interessiert am Myfest. Zustimmung gibt es von Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), die im letzten Jahr eine Kooperation mit dem Profi-Veranstalter noch ausschloss. Da das Land indirekt an Kausch’s Firma beteiligt ist, könne man über die Beteiligung die eigenen Vorstellungen des Festes durchsetzen.
Bedenken gibt es vor allem vom Verein Myfest, der bisher keine Gebühren für die Stände genommen hatte. Dieser spricht sich gegen eine Kommerzialisierung des Festes aus. Auch der im Oktober 2015 entzogene Status einer politischen Versammlung lässt die Anwohner um das Fest fürchten. Demnach müsse der Veranstalter sich nun selbst um die Sicherheit und die Müllentsorgung kümmern – daran war einst die Love Parade zugrunde gegangen. Würde das Fest nicht stattfinden, so werden wieder Krawalle und Straßenschlachten rund um die Oranienstraße befürchtet – und das zu Recht: Die Veranstalter der „Revolutionären 1. Mai Demo“ haben, nachdem bekannt wurde, dass es Zweifel am Stattfinden der Straßenparty gibt, bereits angekündigt, durch das Gebiet des Myfests marschieren zu wollen. In der kommenden Woche sollen weitere Gespräche über die Organisation des Straßenfests Klarheit bringen.

Text: Jens Hollah

Foto: Archiv

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