Kultur

Fernseh-Blog Oddisee-TV

Oddisee_My-Bloody-Way_LilithOdysseus selbst können auf seiner abenteuerlichen Reise nicht so viele schrille Vögel begegnet sein, wie man sie in dem TV-Blog der Berlinerinnen Anna Piltz und Annikki Heinemann erleben kann. Jeder Dreh gleicht einer Reise, auf der die beiden eine andere Welt betreten. Denn die von ihnen in den zehnminütigen Spots porträtierten Menschen sind anders, sind außergewöhnlich, eben „odd“ (englisch für „eigenartig“, „skurril“). Sie stammen aus Subkulturen, sind entweder überzeugte Nudisten, empfinden sich als Vampire, treten in ihrer Freizeit als Wrestler auf oder eifern als Real Life Superheroes ihren Vorbildern, Comic-Superhelden, nach – selbst wenn sie letztlich nur alten Damen über die Straße helfen. Anna Piltz und Annikki Heinemann wollen diese ungewöhn­lichen Persönlichkeiten, die sie in der Regel über spezielle Internet-Foren kennengelernt haben, ohne jegliche Wertung darstellen, sie nicht bloßstellen. Daher wird auf eine Kommentarstimme verzichtet, die Leute erzählen selbst von ihrem Leben als gesellschaftliche Außenseiter. Den Regisseurinnen – sie verdienen im Alltag ihr Geld mit dem Drehen von Image- oder Musikfilmen – ist es wichtig zu zeigen, dass es nicht den einen „richtigen“ Lebensstil gibt, sondern viele verschiedene. Sie wollen die Normalität zeigen, die durchaus auch in alternativen Lebensentwürfen zu finden ist. „Wenn man die Leute zum ersten Mal trifft, denkt man, man hätte keinerlei Gemeinsamkeiten“, sagt Anna Piltz. Und Annikki Heinemann ergänzt: „Doch dann merkt man, dass der Kern aller Menschen doch irgendwie gleich ist.“

Text: ahb

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