• Kultur
  • Festival der Neuen Musik: Ultraschall

Kultur

Festival der Neuen Musik: Ultraschall

GrauSchumacher

Ultraschall wird kürzer. Nicht mehr auf elf, sondern nur noch auf fünf Tage erstreckt sich das Berliner Festival für neue Musik. Auch die Besetzungen wirken leicht eingedampft – dank des diesjährigen Themas: Duo. Wobei nicht nur mit kleinen Besetzungen operiert wird. Zum Doppelkonzert von Heinz Holliger (mit dem DSO, 22.1. im Haus des Rundfunks) treffen mit Thomas Zehetmair, Jörg Widmann und Holliger selbst gleich drei wichtige Vorkämpfer zeitgenössischer Musik aufeinander. Für das GrauSchumacher Piano Duo und das Lied-Doppel von Claudia Barainsky und Axel Bauni (25.1., 19 Uhr bzw. 21.30 Uhr, Radialsystem) scheint das Jahres-Thema ohnehin wie geschaffen.
Ansonsten geht es bezeichnend wild und heterogen durcheinander. Mit etwas Skandinavien im Gepäck (24.+25.1. im HAU1 bzw. HAU2). Und einem überraschenden Schwerpunkt, welcher der Zither gewidmet ist. Hierfür wird der Regensburger Zupfvirtuose Leopold Hurt in Berlin erwartet (25., 26. und 31.1.). Auch die Neue Musik macht, wie man sieht, vor nichts mehr Halt.
Seit vielen Jahren stellt Ultraschall eine strengere Schwester zur kunterbunten MaerzMusik dar. Sie ist ein schönes Relikt aus ernsteren Tagen, als das Wünschen und Utopisieren noch geholfen hat. Zur Utopie Neuer Musik gehört es, dass möglichst viele Uraufführungen stattfinden. Es wäre nichts dagegen einzuwenden, hätte nicht eine inzwischen grassierende Weltpremieritis dazu geführt, dass Werke fast grundsätzlich nur noch ein einziges Mal, nämlich zur Jungfernfahrt, aufgeführt werden. Danach verschwinden sie im Orkus, oder, um es weniger dezent auszudrücken: unter dem Klodeckel der Musikgeschichte. Mit immerhin elf (statt im Vorjahr sieben) Uraufführungen hat man in diesem Punkt wieder aufgeholt.
Dass man bei allem schönen Utopisieren den Traum vom größeren Publikum fast aufgegeben hat, kann man daran ablesen, dass es eine einheitliche Vorverkaufsstelle oder -Telefonnummer nicht gibt. Daraus folgt, dass Karten im Zweifelsfall an der Abendkasse zu kriegen sind. Für einen Festivalpass für sechs Konzerte (60 Euro) muss man sich an einen der Aktionsstände der beiden Veranstalter wenden. Gute Sache: Der Pass ist übertragbar.

Text: Kai Luehrs-Kaiser

Foto: Dietmar Scholz

Ultraschall, ?Radialsystem, HAU u.?a., Mi 22.–So 26.1.

Alle weiteren Infos: www.ultraschallberlin.de

Info-Tel. 97 99 31 21 00

Mehr über Cookies erfahren