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Ein selbstreflexives Spätwerk von Pedro Almodóvar: „Bitteres Fest“

In der typisch perfekt designten Almodóvar-Welt schlagen sich zwei Kreativköpfe mit Ideenmangel herum und lassen sich von ihrem Umfeld inspirieren
Text: Michael Meyns
Veröffentlicht am: 28.07.2026
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Bárbara Lennie als von einer Schreibblockade belastete Regisseurin Ella. © El Deseo/Iglesias Más

Man tritt dem inzwischen 76-jährigen Pedro Almodóvar gewiss nicht zu nahe, wenn man seinen neuen Film „Bitteres Fest“ als Alterswerk bezeichnet, als verspielten, selbstreferenziellen Blick in eine hermetische Welt, bunt und grell, wie man das seit fast einem halben Jahrhundert bei ihm gewöhnt ist. Dieses Mal spielt der argentinische Schauspieler Leonardo Sbaraglia ein Alter Ego von Almodóvar, den Regisseur Raúl Rossetti, der an einer Schreibblockade leidet, aus der ihn auch die Unterstützung seines schönen Liebhabers Santi (Quim Gutiérrez) nicht befreien kann. Raúls langjährige Assistentin Monica (Aitana Sánchez-Gijon) hat gerade gekündigt, berichtet ihm von ihren privaten Problemen, die Raúl nur zu gern in sein Werk einfließen lässt.

Seinen Anfang nimmt „Bitteres Fest“ jedoch im Jahre 2004, als die Filmregisseurin Ella (Bárbara Lennie) an einem Drehbuch arbeitet, nicht recht voran kommt, trotz ihres höchst attraktiven Lovers Bonifacio (Patrick Criado). Auch Ella lässt sich von ihrem Umfeld, ihren Freunden inspirieren, in ihrem Fall ihre beste Freundin Patricia (Vicky Luengo), mit der sie nach Lanzarote reist.

In „Bitteres Fest“ variiert Almodóvar seine liebsten Themen

Eine ganze Weile lässt Pedro Almodóvar in „Bitteres Fest“ die beiden offensichtlich parallelen Erzählebenen nebeneinander stehen, ohne ihre Verbindung zu konkretisieren. Doch bald wird klar, dass die Ebene mit Ella nicht real ist, sondern eine Visualisierung des Drehbuchs, das Raúl gerade schreibt. Ein schönes Konstrukt ist das, auch ein wenig selbstverliebt, erinnert nicht zufällig an „Leid und Herrlichkeit“, das am deutlichste autobiografische Werk in der langen Karriere Pedro Almodóvars, in dem Antonio Banderas als Alter Ego des Regisseurs auftrat. In einer typischen, perfekt designten Almódovar-Welt, voller schöner Menschen, die in makellosen Apartments leben und markante, unifarbene Pullover oder Mäntel tragen, variiert Almódovar seine liebsten Themen.

Bitteres Fest (Amarga Navidad) Spanien 2026; 112 Min.; R: Pedro Almodóvar; D: Bárbara Lennie, Patrick Criado, Leonardo Sbaraglia; Kinostart: 30.7.


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