Heitere Umwege zum Höhepunkt: „Chéri, ich komme!“

Über die weibliche Lust weiß die Welt heute deutlich mehr als vor fünfzig oder gar hundert Jahren. Viele Frauen sprechen auch öffentlich unbefangen über ihre Wege zum Höhepunkt, die alten Klischees einer stark männlich dominierten Psychoanalyse sind überwunden. Trotzdem ist jemand wie Fanny kein Einzelfall. Sie sitzt bei ihrer leicht schrulligen Therapeutin und stellt fest: Sie hatte noch nie einen Orgasmus. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, das zu ändern.
Die erste Ansprechperson ist naheliegenderweise ihr Ehemann. Er heißt Tom, und ist natürlich gekränkt. Doch dann macht sich das Paar gemeinsam an die Arbeit. In der besten Tradition einer praktischen französischen Aufklärung wird damit auch der Film „Chéri, ich komme!“ („Pour le plaisir“) zu einem Medium der Verbesserung der Verhältnisse. Und die Komödie wird zu einer Form, die über Peinlichkeiten hinweg zu einer Lösung verhilft.
In „Chéri, ich komme!“ reden alle über das Eine
Entscheidend ist, dass niemand herumdruckst. Alle reden schnurstracks über das Eine, häufig sogar ein wenig zu viel, anders wäre die Sache nicht so witzig. Alexandra Lamy, im Juli auch in „Die Camino-Therapie“ zu sehen, spielt Fanny mit erfrischender Direktheit, während François Cluzet den brummigen Tom immer ebenbürtig bleiben lässt. Dass die Lösung in „Chéri, ich komme!“ mit einer Ingenieursleistung zusammenhängt, macht Sinn: Sexualität und (Selbst-)Technik sind über den Willen zum Wissen verbunden. „Chéri, ich komme!“ ist französisches Mainstreamkino par excellence – die Grande Nation bereitet den Weg zum Glück für alle.
Chéri, ich komme! (Pour le plaisir) F 2025; 90 Min.; R: Reem Kherici; D: Alexandra Lamy, François Cluzet, Reem Kherici; Kinostart: 23.7.
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