Gefährliches Geheimnis: Zendaya und Robert Pattinson in „Das Drama“

In einer Welt des digitalen Datens träumen viele von einem analogen Glücksfall: der oder die Richtige in einem Cafe, ein erster Satz, eine gute Antwort, und schon sind die Grundlagen für eine lebenslange Beziehung geschaffen. Bei Charlie und Emma, den beiden zentralen Figuren in Kristoffer Borglis romantischer Komödie „Das Drama – Noch mal auf Anfang“, geht allerdings bei dieser ersten Begegnung einiges schief. Emma hört nämlich gar nicht, was Charlie zu ihr sagt. Sie hat einen Lautsprecher in einem Ohr, auf dem anderen ist sie taub – aus Gründen, die später noch eine wichtige Rolle spielen. Dass Charlie zu dem Buch, das Emma gerade liest, nur schnell ein paar Sätze nachgeschlagen, es aber keineswegs gelesen hat, ist auch nicht ohne. Denn kann Liebesglück mit einer Lüge beginnen?
„Das Drama – Noch mal auf Anfang“ ist eine entgleisende RomCom
Man ist also von Beginn an ein wenig misstrauisch, wenn man Robert Pattinson und Zendaya dabei zusieht, wie sie sich auf eine modere Beziehung einlassen, die natürlich bald durch eine kolossale Hochzeit besiegelt werden soll. So gehört sich das in einer Stadt wie Boston, unter jungen urbanen Professionals. Nur mit dem Unterschied, dass es Kristoffer Borgli nicht um ein klassisches Happyend geht, sondern um einen Albtraum. Das war auch zu erwarten von dem norwegischen Regisseur, auf dessen neuen Film man vor allem neugierig ist, weil sein vorheriger so abgefahren war: Die surreale Social-Media-Satire „Dream Scenario“ mit Nicolas Cage zählte zu den Höhepunkten des Filmjahres 2024.
Nun kann Borgli also mit zwei großen Stars arbeiten, in einer Nebenrolle taucht noch Alana Haim auf, die auch als Musikerin beliebt ist. Die Liebesgeschichte von Emma und Charlie wird in dem Moment schwierig, als sie bei einer Dinner-Konversation etwas aus ihrer Jugend verrät, ein Geheimnis, über das die anderen nicht hinwegkommen. Sie haben zwar auch etwas erzählt, als es darum ging, das Schlimmste zu verraten, das sie jemals getan haben. Aber bei Emma ist dieses Schlimmste dann doch noch einmal eine andere Kategorie. Charlie zweifelt danach jedenfalls stark an seiner Verlobung.
Borgli lässt seine ganze Geschichte rund um dieses Geständnis eskalieren, und versucht danach, das Beste aus seiner entgleisenden Rom Com herauszuholen – die allerdings von Beginn an stark überkonstruiert wirkt, und deren satirische Spitzen oft ins Leere gehen. Der deutsche Verleihtitel versucht, die Sache ein wenig in Richtung „Täglich grüßt das Murmeltier“ zu drehen, das ist aber eine falsche Fährte. Unterwegs sammelt Borgli noch weitere Reizthemen ein, als wollte er so richtig mit den Scheinheiligkeiten des amerikanischen Kinos abrechnen. Doch seine Figuren bleiben letztendlich Konzepte, und der generell weirde Gesamteindruck von „Das Drama“ wird wohl vor allem bei vielen Fans von „Dream Scenario“ für Enttäuschung sorgen.