Christoph Hochhäuslers „Der Tod wird kommen“: Aufräumen in der Unterwelt

Ein Überfall geht schief, ein Kurier wird ermordet, ausgerechnet ein Angestellter des Gangsterboss Charles Mahr, der in der Unterwelt von Brüssel herrscht. Der engagiert die Auftragsmörderin Tez. Langsam kommt Tez einem verwickelten Komplott aus Verrat und Intrigen auf die Spur, das immer wieder zum alternden Mahr führt. Was sich wie der Plot eines Polar anhört, einem jener typischen französischen Kriminalfilme, die mit düsterer Atmosphäre und eiskalter Brutalität überzeugen, ist „Der Tod wird kommen“, der neue Film des deutschen Regisseurs Christoph Hochhäusler.
„Der Tod wird kommen“ ist vom klassischen Genrekino inspiriert
Der hat seit jeher eine große Faszination für klassisches Genrekino gezeigt, hat sich in „Die Lügen der Sieger“ vom amerikanischen Paranoia-Kino der 70er Jahre inspirieren lassen, in „Bis ans Ende der Nacht“ von den Filmen Rainer Werner Fassbinders. Hier nun waren unverkennbar die Werke und die Welt von Jean-Pierre Melville Vorbild, insbesondere „Der eiskalte Engel“ mit Alain Delon. Dessen Part als wortkarger, undurchschaubarer Gangster, der dennoch von einem unfehlbaren Moralkodex geleitet wird, wird diesmal in gewisser Weise von einer Frau übernommen, der französisch-belgischen Schauspielerin Sophie Verbeeck, die mit ihrer kühl bis coolen Aura perfekt in „Der Tod wird kommen“ passt, der seine Emotionen weit unter der Oberfläche hält.
Ein wenig akademisch mutet Hochhäuslers Spiel mit Zitaten und Referenzen bisweilen an, nicht zuletzt die präzise Kamera von Reinhold Vorschneider sorgt jedoch immer wieder für Bewegung in einem bisweilen überkonstruierten, statischen Schachspiel.