Horrortrip im Kino: In „Exit“ 8 fehlt der Ausgang

Wer hätte gedacht, dass die vollgestopfte U-Bahn nicht das Schlimmste am Berufsverkehr ist? Ein werdender Vater will auf dem Weg zu seiner Lebensgefährtin raus aus dem unterirdischen Bahnhof und gerät dabei in eine Schleife, in der er denselben Korridor immer wieder durchlaufen muss. Die Werbeposter, die Schilder, der entgegenkommende Geschäftsmann, alles bleibt gleich – bis auf Kleinigkeiten, auf die bald der Fokus fällt.
„Exit 8“ ist das nächste Werk, das sich mit Übergangsräumen befasst
Nicht erst seit „Backrooms“ ist Liminalität ein auch jenseits der Anthropologie gebräuchlicher Begriff: Um die Übergangsräume ranken sich urbane Legenden und Online-Memes. Darunter auch das erfolgreiche Videospiel „Exit 8“, das Genki Kawamura jetzt stimmungsvoll verfilmt hat.
Die Suche nach einem Ausweg, die den Großteil der knapp 90 Minuten ausmacht, hat dann eher etwas von Kafka. Denn einem Schild kann die Hauptfigur entnehmen, dass er die Augen nach „Anomalien“ offenhalten muss, kleinen, fast unsichtbaren Unterschieden bei jedem Durchlauf. Mal ist ein Türknauf an anderer Stelle, mal sickert eine ölige Flüssigkeit aus dem Lüftungsgitter, die Regeln ändern sich ohne erkennbares Muster. Kawamura und Kameramann Keisuke Imamura fangen die wiederholten Passagen in weiten Bildern ein, die den paranoiden Wimmelbildcharakter der Vorlage eindringlich auf den Zuschauer übertragen.