Fantasy Filmfest 2026: Drei Tipps aus dem Programm

Seit mittlerweile 40 Jahren bringt das Fantasy Filmfest tolle Filme aus dem Genrekino – Horror, Science-Fiction, Thriller und natürlich Fantasy – auf die große Leinwand. Manche Filme laufen vor dem regulären Kinostart, manche haben noch gar keinen deutschen Verleih und warten darauf, entdeckt zu werden. In diesem Jahr findet das Filmfest bundesweit in sieben Städten statt, in Berlin läuft das Programm vom 2. bis 9. September im Zoo Palast. Wir stellen euch drei Filme aus dem Line-Up vor, die noch keinen Starttermin in den deutschen Kinos haben.
„Mutter“ und das Monsterbaby
Der Vater ergreift sogleich die Flucht, als er sieht, was seine Frau gerade im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus zur Welt gebracht hat: ein nicht sonderlich menschenähnliches Wesen. So bleibt es an Gül, es anzunehmen und sich darum zu kümmern, auch wenn das Stillen äußerst schmerzhaft für sie ist. Wird sie es gegen alle, die es vernichten wollen, verteidigen, oder wird sie diesen Kampf eines Tages aufgeben müssen, ihrer eigenen Selbsterhaltung wegen? Abgesehen von dem durchaus originellen Aussehen des Wesens überzeugt der Film vor allem als Porträt einer Frau, die zunehmend an Selbstbewusstsein gewinnt.
Mutter: The Diary of a Mother (Mutter: Bir Annenin Hatıra Defteri) Türkei 2025; R: Alphan Eseti; D: Hazar Ergüçlü, Güven Kiraç, Erdeniz Kurucan, Ulvi Kahyaoğlu; 99 Min.
Geisterbeschwörung aus Japan: „Never after Dark“
Das erste Bild mit blutbeschmierten Werkzeugen lässt einen Splatterfilm erwarten – weit gefehlt, auch die manchmal drastischen Schockmomente japanischer Geisterfilme fehlen hier. Die junge Airi besitzt die Gabe, mit den Toten kommunizieren zu können. Die Geister, für deren Vertreibung Menschen sie um Hilfe bitten, beschwört sie auf eher sanfte Art, ihnen den Weg in die nächste Welt weisend. Doch Airi trägt selber ein Familiengeheimnis in sich, wie der Zuschauer anhand der imaginären Zwiegespräche mit ihrer toten Schwester alsbald vermuten darf. Wird da die sanfte Methode ausreichen?
Never After Dark Japan 2026; R: Dave Boyle; D: Moeka Hoshi, Kurumi Inagaki, Kento Kaku; 105 Min.
Wäldlicher Wunscherfüllungsmechanismus: „The Fox“
„Paß auf, was du dir wünscht!“ – das war schon öfter eine schmerzhafte Lektion, zuletzt in „Obsession“. Dario Russos Debütfilm geht das eher verspielt an, wenn der Protagonist im Wald einem sprechenden Fuchs begegnet, der ihm seine Hilfe anbietet. Aber kann man einem Fuchs trauen (selbst wenn er die einschmeichelnde Stimme von Olivia Colman hat)? Bald wird in dem Quartett aus Nick und seiner Verlobten, deren Chef und dessen Ehefrau jedenfalls mit harten Bandagen gekämpft – bis zum bitterbösen Ende.