Filmreihen und Werkschauen im August in Berlin

Ein genauer Blick auf das bekannteste Sexsymbol der Kinogeschichte. Eine Karriere zwischen gotischem Horror und Mick Jagger. Und Kassenschlager aus aller Welt. Auch neben dem regulären Programm hat die Berliner Kinolandschaft im August viel zu bieten. Unsere Filmredaktion stellt die wichtigsten Retrospektiven und Reihen vor.
10.7.–21.8. Everyone Likes It Hot: Marilyn Monroe zum Hundertsten
Nahezu den ganzen August hindurch läuft noch die Zeughauskino-Reihe zu einer der verkanntesten Schauspielerinnen Hollywoods weiter: Marilyn Monroe, als Sexsymbol grob unterkomplex abgestempelt, kann man mit großartigen Rollen in teilweise eher unbekannten Filme wie „Clash by Night“ (1952, Fritz Lang) sehen, aber auch in unumstrittenen Klassikern wie „Asphalt Jungle“ (1950, John Huston). Jeder Titel in der Reihe ist enorm sehenswert. (BR)
Zeughauskino Hinter dem Gießhaus 3, Mitte, Infos online
31.7.–28.8. Fieberträume – Die Filme von Nicolas Roeg
Bei dem britischen Filmemacher Nicolas Roeg gibt es viele Zugänge zu einem vielfältigen Werk: die einen haben ihn vielleicht durch „Don’t Look Now“ entdeckt, der in Deutschland „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ hieß und vor allem im Fernsehen viele verstört hat, die anderen vielleicht durch seinen Film mit Mick Jagger („Performance“). In den 1980ern und später gelang es ihm nicht mehr ganz, an den Ruhm der Jahre um 1970 anzuschließen, Filme wie „Insignificance“ oder „Track 29“ verdienen jedoch eine neue Chance. Und „The Witches“ ist sowieso ein großer Spaß. Eine ideale Sommer-Retrospektive. (BR)
Arsenal Plantagenstr. 30, Mitte, Infos online
28.8.–29.9. Die Bilderwelten des Jonathan Briel
Die Frühzeit der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) wird zunehmend intensiver erforscht, sodass nun neben Harun Farocki, Harmut Bitomsky, Holger Meins oder Gerd Conradt zunehmend weitere Talente wiederentdeckt werden, etwa die wunderbare Irena Vrkljan. Jonathan Briel, der 1988 mit nur 46 Jahren in Berlin starb, ist der nächste in dieser Reihe. Das Zeughauskino widmet sich bis Mitte September einem spannenden, von hoher Literatur und postkolonialen Konstellationen geprägten Werk, das mit „Wie zwei fröhliche Luftschiffer“ beginnt, in dem es um die letzten Tage von Heinrich von Kleist geht. (BR)
Zeughauskino Hinter dem Gießhaus 3, Mitte, Infos online
7.–16.8. Box Office Around the World
Das Mini-Festival bringt jeden Sommer populäre Werke aus Ländern wie Indien oder Nigeria nach Berlin, die etwa auf der Berlinale nicht auftauchen. Dabei bieten diese Filme einen guten Einblick in andere Kulturen. „Box Office Around the World“ interessiert sich dafür, was Menschen in Brasilien oder Vietnam sich anschauen, wenn sie ganz normal ins Kino gehen. Man kann also ein Stück Alltag aus fernen Ländern nachvollziehen. (PS)
Humboldt Forum Schloßplatz, Mitte, Infos online
26.–28.8. UFA Filmnächte
Alljährlich präsentieren die UFA Filmnächte Klassiker aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus neu, open air und mit live Musikbegleitung. In diesem Jahr gibt es drei Filme zu sehen, darunter Ernst Lubitsch’s Verfilmung von Oscar Wildes Gesellschaftssatire „Lady Windermeres Fächer“ aus dem Jahr 1925 sowie das Hollywood-Debüt von Friedrich Wilhelm Murnau „Sunrise“. (PS)
Freiluftkino auf der Museumsinsel Mitte, Infos online
Berlin im August 2026: Monatsvorschauen
Der Film des Sommers: „Die Odyssee“ von Christopher Nolan ist großartiges Kino. Das Remake des beliebten Animationsfilms ist sehr dröge: Hier lest ihr unsere Kritik zur Realverfilmung von „Vaiana“. Im Chaos moderner Familienmodelle: „Etwas ganz Besonderes“ von der Berliner Regisseurin Eva Trobisch erzählt von einer Patchwork-Familie in Thüringen. Der Rächer der Enterbten ist zurück im Kino, und das ungewohnt brutal: In „The Death of Robin Hood“ zeigt Hugh Jackman das Handwerk des Tötens. Der Tag der Wahrheit ist hier: In „Disclosure Day“ bekennt sich Steven Spielberg zu Aliens. Die Feelgood-Schnulze soll progressiv wirken: Unsere Kritik zu Sommer auf Asphalt mit Mala Emde und Christoph Maria Herbst lest ihr hier. Fader Start in die Blockbuster-Saison: Hier geht es zu unserer Kritik zu „The Mandalorian and Grogu“. Eine Feier des Kinos: Hier besprechen wir „Dao“ von Alain Gomis. Der Letzte seiner Art in Berlin: Götz Valien malt Kinoplakate. Keine Lust mehr auf die Streaming-Riesen? Berliner Alternativen zu Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Co. Mehr aus der Filmwelt lest ihr in unserer Kino-Rubrik