ABO
FilmTipPlus Logo

Frauen bewähren sich beim Rodeo: „The New West“

Der Debütfilm von Kate Beecroft begleitet eine toughe Frau in South Dakota, die Jugendlichen auf ihrer Ranch eine Chance gibt.
Text: Frank Arnold
Veröffentlicht am: 03.06.2026
Home » Kultur » Film » Frauen bewähren sich beim Rodeo: „The New West“
Porshia (li.) wächst zusammen mit anderen Jugendlichen auf der Ranch von Tabatha in Nevada auf. © Sony Pictures Classics

Den Selbstmord ihres Mannes beziehungsweise Vaters zu verkraften, fällt der jungen Rancherin Tabatha und ihrer Teenagertochter Porshia immer noch schwer, aber das Überleben ihrer Ranch in South Dakota zu gewährleisten, erfordert jede Menge Anstrengungen von ihnen. Auch die jungen Mädchen aus der Nachbarschaft, denen Tabatha Reitunterricht gibt und die sie den einfühlsamen Umgang mit den Pferden lehrt, sind nicht immer einfach. Sie alle hoffen, bei Rodeos bald ebenso erfolgreich zu sein wie Porshia, die dabei bereits jede Menge Preise abgeräumt hat. Trotz allem ist es ein selbstbestimmtes Leben am Rande des Existenzminimums, das Kate Beecroft in ihrem Debütfilm „The New West“ zeigt.

„The New West“ schreibt weibliche Widerstandskraft und Selbstermächtigung groß

Schon länger nicht mehr ist Rodeo nur etwas für Männer, die dabei ihre Männlichkeit unter Beweis stellen. Als Arena, in der sich ebenso junge Frauen beweisen können, zeigte das schon 2020 der Dokumentarfilm „Glitzer & Staub“, der weibliche Widerstandskraft und Selbstermächtigung ebenso groß schrieb, wie es jetzt „The New West“ tut.

Ein Zufall war es, durch den die damalige Schauspielerin und Production Designerin Kate Beecroft auf ihre Protagonistinnen stieß. Auf der Suche nach einer Geschichte aus dem wirklichen Leben traf sie in der Wüste von Nevada auf Tabatha Zimiga, deren Einladung „Want to see some real cowgirl shit?“ sie annahm. Im Lauf der nächsten drei Jahre kehrte sie zur Vorbereitung ihres Debütfilms immer wieder hierher zurück; die dokumentarischen Elemente verleihen dem Film eine große Authentizität, zu der auch das nahtlose Zusammenspiel der nichtprofessionellen Akteure mit den Serien- und Indie-erfahrenen Jennifer Ehle und Scoot McNairy beiträgt. Beim renommierten Filmfestival von Sundance, wo der Film 2025 seine Premiere hatte, gab es dafür den Zuschauerpreis. Wer Chloe Zhaos „The Rider“ mochte, wird auch bei „The New West“ auf seine Kosten kommen.

The New West (East of Wall) USA 2025; 97 Min.; R: Kate Beecroft; D: Tabatha Zimiga, Porshia Zimiga, Scott McNairy; Kinostart: 4.6.


Mehr zum Thema

Steven Spielberg glaubt an Aliens und unser Kritiker ist begeistert. Hier lest ihr unsere Kritik zu „Disclosure Day“. Die Feelgood-Schnulze soll progressiv wirken: Unsere Kritik zu Sommer auf Asphalt mit Mala Emde und Christoph Maria Herbst lest ihr hier. Die Post-Barbie-Offensive geht weiter: Wie sich He-Man in „Masters of the Universe“ schlägt, erfahrt ihr in unserer Kritik. Fader Start in die Blockbuster-Saison: Hier geht es zu unserer Kritik zu „The Mandalorian and Grogu“. Ein Epos, das der Welt eine Vision geben könnte: unsere Rezension zu „Palästina 36“ lest ihr hier. Hugh Jackmann liest Schafen Krimis vor: „Glennkill“ ist ein etwas klamaukiger, aber charmanter Krimi. Viel deutsche Präsenz bei den Filmfestspielen in Cannes: Volker Schlöndorffs Romanverfilmung „Heimsuchung“ mit Lars Eidinger und Martina Gedeck. Kontroverses Märchen um den King of Pop: Hier lest ihr unsere Kritik zum Michael-Jackson-Biopic „Michael“ von Antoine Fuqua. Sandra Hüller schickt Ryan Gosling ins All: „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist Sci-Fi-Mittelmaß. Das satirische Drama „Once Upon a Time in Gaza“ sucht nach einem Kino gegen die Hamas. Der Letzte seiner Art in Berlin: Götz Valien malt Kinoplakate. Keine Lust mehr auf die Streaming-Riesen? Berliner Alternativen zu Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Co. Blick zurück aufs Kinojahr 2025: Die Lieblingsfilme der tipBerlin-Redaktion. Was läuft sonst? Hier ist das aktuelle Kinoprogramm für Berlin. Mehr aus der Filmwelt lest ihr in unserer Kino-Rubrik.

Das könnte dich auch interessieren