„Gift, Gier und Gefahr“: Ein globales Versagen

Kommt momentan das Thema Öl zur Sprache, geht es um logistische Probleme im Nahen Osten. Doch schon lange fordern die Förderung und Verarbeitung des fossilen Brennstoffs hohe Kosten. Das zeigt „Der Preis des Öls“, eine von drei Arte-Dokumentationen, die gemeinsam den Themenabend „Gift, Gier und Gefahr: Ein globales Versagen“ bilden.
Im Norden des Iraks ist der Heimatort des jungen Khalids dank seiner reichen Ölfelder auch Raffinerie-Standort. Deren Abgase verpesten die Umwelt, Abfälle werden direkt in den Fluss geleitet. Khalid reist durchs Land, um mit Umweltaktivisten zu sprechen, unabhängige Tests durchzuführen und die verantwortlichen Behörden direkt zu kontaktieren. Das ist recht viel, um es in kaum 50 Minuten abzuarbeiten, und so wirkt die Doku des Öfteren hastig erzählt. Doch was durchkommt, sind die vielen persönlichen Schicksale, und vor allem das Gefühl der Machtlosigkeit.
Ein globales Problem ohne einfache Antworten
Institutionelles Versagen ist auch Thema in „Gift in unserem Alltag – Die Plage der PFAS“ über die Verseuchung durch „Ewigkeitschemikalien“. Firmen wie Teflon-Erfinder Dupont oder 3M führen ihre Abfälle in die Umwelt ab, vorgeblich ohne zu wissen, dass diese über Jahrtausende erhalten bleiben. Die betroffenen Menschen erkranken oft unheilbar an Krebs. Dabei kommen auch ehemalige Mitarbeiter der verantwortlichen Unternehmen zu Wort, die unwissentlich zur Schädigung ihrer Mitmenschen beigetragen haben.
Die dritte Doku setzt komplett auf Daten und Fakten. „Giftmüll: Grundwasser in Gefahr“ nimmt Versuche und Modelle unter die Lupe, mithilfe derer Giftmüll aller Art sicher gelagert werden kann. Das gestaltet sich schwierig, weil es hier um Dimensionen geht, die den Menschenverstand überschreiten. Das lässt die Planung zum Ratespiel werden. Wohl um fair und ausbalanciert zu wirken, setzt die Doku jedem skeptischen Experten ein hoffnungsvolles Gesicht aus der Branche entgegen.
Bahnbrechend ist keine der drei Dokumentationen, doch als gebündelter Themenabend zeigen sie ein globales Problem in all seiner Komplexität und verzichten auf einfache Antworten.