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Das Manifest Dogma 25: Reform oder Greenwashing? 

Dogma 95 war der Versuch, mit Wackelkamera und Kerzenlicht gegen die technische Übermacht Hollywoods anzutreten. In Cannes haben deutsche Filmschaffende eine Neuauflage verkündet
Text: Bert Rebhandl
Veröffentlicht am: 28.05.2026
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Neulich las ich irgendwo, dass man aus der Handschrift von Menschen ihr Demenzrisiko herauslesen könnte. Wobei das nicht ganz so simpel ist, wie man jetzt vielleicht glauben würde. Nicht jede Klaue ist schon ein Gefahrenzeichen. Ärzte schreiben ja bekanntlich besonders unleserlich, sind deswegen aber keine gesonderte Risikogruppe für nachlassende Geisteskraft im Alter.

Ich musste an den Demenz-Artikel denken, als aus Cannes die Nachricht kam, dass die Filmförderung MOIN (Hamburg und Schleswig-Holstein) die Dogma-Idee wiederbelebt hat, und dafür Kurdwin Ayub, Ilker Çatak, Nora Fingscheidt, Helene Hegemann und Tom Tykwer gewonnen hat, die in Cannes ein neues Manifest verkündet haben. Zur Erinnerung: Dogma 95 war ein Reform-Hoax einiger Skandinavier, die mit Wackelkamera und Kerzenlicht gegen die technische Übermacht Hollywoods antreten wollten.

Dogma 25 Deutschland hat nun neue Regeln erlassen, darunter auch die, dass Drehbücher von Hand zu schreiben sind. Also auf Papier! Das Manifest klingt ein wenig, als hätte sich eine coole Marketing-Abteilung etwas überlegt, und dann ein paar auch coole Filmleute dafür gecastet. Als könnte man die ganze deutsche Filmbranche grünwaschen, oder zumindest ein paar weiße Seiten Papier über den nicht immer berauschenden künstlerischen Ausstoß einer hoch subventionierten Branche breiten.


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