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Kommentar: Trump, Troja und WM: Odysseus wäre für Spanien gewesen

Ob WM-Finale oder Odyssee, klassische Machtdemonstrationen gibt es momentan zuhauf. Unser Filmredakteur Bert Rebhandl zieht Parallelen.
Text: Bert Rebhandl
Veröffentlicht am: 06.08.2026
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Hat es hinter die Abwehrkette geschafft: das Trojanische Pferd. © IMAGO/imagebroker, NurPhoto; Collage: tipBerlin

Matt Damon war für Argentinien. Ich war für Spanien. Donald Trump war für Argentinien, aber der Präsident versteht nichts von Fußball. Für wen Trump bei der „Odyssee“ ist, ist nicht überliefert, aber wenn man ihn sich so ansieht, kann man ihn sich eigentlich nur in Ithaka vorstellen, bei den ungehobelten Gesellen, die Penelope belagern. Dass Christopher Nolans „Die Odyssee“ kurz vor dem Finale der Fußball-WM startete, hatte etwas von einer Staffelübergabe: Nach fünf Wochen Fußball gibt es jetzt ein paar Wochen Antike auf 70mm-IMAX. Was ist die größere Show? Matt Damons Bart oder Gianni Infantinos Glatze?

Christopher Nolan hat wohl leider erkannt, was die größte Show der Gegenwart geworden ist. Es ist der Krieg, der zunehmend wieder alltäglich wird. Die Kriege der alten Männer. Odysseus zieht als junger Mann nach Troja, und er kehrt zurück als einer, der zuviel gesehen hat. Leider schreckt Nolan am Ende vor den Konsequenzen seiner eigenen Deutung zurück. Denn Odysseus kann gar nicht heimkommen von dem, was er in Troja erlebt hat. Die Fußball-WM ist alle vier Jahre eine Illusion, ich könnte heimkommen in die Welt einer Kindheit, in der ich noch nicht wusste, dass der Fußball bis ins Mark korrupt ist. „Die Odyssee“ beendet die Illusion einer heroischen Antike. Allerdings nicht ganz: Denn Spanien hat im Finale gezeigt, was „soft power“ ist. Odysseus, jedenfalls der von Homer, wäre für Spanien gewesen. Gegen Matt Damon.


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