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Sandra Hüller brilliert in „Rose“: Silberner Bär für das Historiendrama

Sandra Hüller in einer Hosenrolle: „Rose“ ist ein mittelalterliches und doch progressives Drama
Text: Stefanie Dörre
Veröffentlicht am: 26.03.2026
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Sandra Hüller ist großartig als Titelfigur in „Rose“: hässlich, unsympathisch, enigmatisch. © Schubert, Row Pictures / Walker + Worm Film. Foto: Gerald Kerkletz

Ein halb verfallenes, einsames Gehöft, Schneereste, kahle Bäume. Es ist eine raue und abweisende Gegend, auch emotional verwüstet vom Dreißigjährigen Krieg. Hier taucht eines Tages, wie aus dem Nichts, ein geheimnisvoller Soldat (Sandra Hüller) auf und will sein Erbe antreten. Eine lange Narbe deformiert sein Gesicht. Verschlossen ist er. Aber auch fordernd. Er hat ein Stück Papier dabei, das seinen Anspruch beweisen soll. Die Dorfbewohner erkennen es als rechtmäßig an. Muss der Hof ja nicht weiter verfallen.

Und ein Bauer mehr ist gut für alle. Dann gibt es mehr Geschäft. Und mehr Heiratsoptionen. So baut der mysteriöse Fremde nicht nur den Hof wieder auf, hat bald Vieh und Weiden, Knechte und Mägde, sondern ehelicht auch die Tochter eines Großbauern (Godehard Giese), dessen Felder an die seinen grenzen. Ein Deal. Es geht um Wasser und Geld. Ganz sicher nicht um Liebe.

In „Rose“ ist Sandra Hüller sperrig, überraschend und singulär

Die Welt, in der Rose das ihr nicht zustehende Erbe antritt, ist zwar im 17. Jahrhundert verortet, aber diesen abgelegenen Winkel der deutschen Provinzen hat die Renaissance ganz offenbar noch nicht erreicht. Hier lebt man wie im Mittelalter, ohne den Wunsch nach Individualität oder emotionaler Zufriedenheit. Doch der Fortgang der Ereignisse wird die Typisierung der Figuren aufbrechen, und zeigen, wie diese sich genau in diese Richtung entwickeln. Als die Schwierigkeiten von Rose und seiner jungen Frau Suzanna so groß werden, dass sie sich der anderen offenbaren müssen, kommen sie einander näher und werden durch die Verbalisierung ihrer Gedanken, Wünsche und Konflikte heutige Charaktere.

Der Film des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer, der gemeinsam mit Alexander Brom das Drehbuch  zu „Rose“ geschrieben hat, irritiert in vielerlei Hinsicht, weil er viel verbindet, was nicht zusammen zu passen scheint. Schon die Entscheidung von Schleinzer, in Schwarzweiß zu drehen, hebt das Geschehen in eine…

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