Eine Feier galicischer Kultur: „So klingt das Leben“

Es ist eine alte Tradition in der spanischen Region Galicien, die der Film „So klingt das Leben“ auf die große Leinwand holt: der jährliche Wettbewerb der „Rondalla“, zu dem Mannschaften aus verschiedenen Orten gegeneinander antreten und eine kunstvolle Kombination aus Musik, Tanz und Gesang zur Aufführung bringen. Genau zwölf Minuten Zeit bleibt jedem Team dafür, das setzt eine entsprechend genau choreografierte Arbeit voraus, zumal, wenn das Team aus bis zu 102 Teilnehmern aller Altersgruppen besteht.
In „So klingt das Leben“ gibt es nicht nur Gesang und Tanz, sondern auch ein kollektives Trauma
Das Zusammenwachsen verschiedener Individuen zu einem Team, in dem sich der eine auf den anderen verlassen kann und das eigene Ego zurückstecken muss, ist ein bewährtes Erzählmuster nicht nur im Kino. Im Film von Daniel Sánchez Arévalo („Dunkelblaufastschwarz“) ist es ein ganzes Fischerdorf, das durch die gemeinsame Anstrengung ein Trauma zu bewältigen sucht. Denn vor zwei Jahren sank hier ein Boot, nur zwei Männer der Besatzung überlebten. Carmen, die Witwe des Kapitäns, hat danach eine Beziehung zu Luis entwickelt, einem der beiden Überlebenden, früher bester Freund ihres Mannes – eine Beziehung, von der das Dorf nichts wissen soll, und vor allem nicht Carmens 18-jährige Tochter Andrea.
Das Drama konterkariert der Film durch Konflikte der eher komischen Art, wie dem zwischen zwei Zwillingsbrüdern, von denen der eine (nur wenige Minuten jüngere) sich in 40 Jahren immer dem anderen gefügt hat. Am Ende ist dies ein Feelgood Movie, aber eines ohne übermäßigen Kitsch. Die kunstvolle Vorführung der Rondalla, in der der Film kulminiert, hätte eine Darstellung in voller Länge verdient.