Leben im Sattel: „The Cowboy“ zeigt ein amerikanisches Leben fernab des Mainstreams

Im 21. Jahrhundert sieht man Cowboys und Cowgirls eher in Westernfilmen oder auf Kostümpartys. Eine US-amerikanische Familie, die diesem Beruf, oder eher Lifestyle, tatsächlich heute noch nachgeht, porträtiert die Dokumentation „The Cowboy“ von dem deutschen Regisseur André Hörmann. Im Jahr 2015 ist Crowley McCuistion elf Jahre alt. Er wächst auf einer Ranch in Colorado am Fuße der Rocky Mountains auf. Crowley möchte wie alle Männer der Familie ein Cowboy werden. Ein „richtiger“ Mann, der bei Bullenreit-Wettbewerben mitmacht, seine Farm verteidigt, und den amerikanischen Western-Traum lebt. Hörmann begleitet Crowley und die Familie über zehn Jahre. Vom kleinen Jungen, der seinem großen Bruder und seinen Träumen nacheifert, lieber Cowboy sein will als zur Schule zu gehen, zum erwachsenen Mann, der viele Schicksalsschläge erleben und seinen Traum aufgeben muss.
„The Cowboy“ ist ein fantastischer Einblick in eine Familie fernab des Mainstreams
Die Darstellung ist ehrlich und ungefiltert. Man sympathisiert mit der Familie, auch wenn sie politisch nicht unbedingt korrekt ist. Ihre Streits, ihre zerplatzten Träume machen sie nahbar. Hörmann konnte vor dem Dreh natürlich nicht wissen, was im Laufe der Jahre alles passieren würde. An Drama ist kein Mangel, und dass eine Pandemie auch in Amerika alles durcheinander werfen würde, hätte sich niemand vorstellen können. Für die McCuistions waren es nicht nur deswegen harte zehn Jahre, für die Zuschauer:innen aber ist „The Cowboy“ ein fantastischer Einblick in eine Familie fernab des Mainstreams.