Die Helden in „Toy Story 5“ bekommen digitale Konkurrenz

„Die Zeit der Spielzeuge ist vorbei!“ Eine so resignative Einschätzung können die aus vier Vorgängerfilmen vertrauten Toys (die zum Leben erwachen, wenn ihre kindlichen Besitzer nicht mit ihnen spielen) nicht akzeptieren. Hatten sie in der Vergangenheit damit gekämpft, dass die Kinder, denen sie gehören, zu alt für sie wurden, sie auf dem Dachboden oder bei einem Umzug vergessen wurden, so erwächst ihnen nun Konkurrenz durch Spielzeuge, die eine neue Form der Kommunikation ermöglichen – aber damit auch die Fantasie des Kindes einschränken, das sich bei Puppen eben selber Aktivitäten ausdenken musste.
„Toy Story 5“ zeigt den zunehmend komplexeren Antagonismus zwischen Alt und Neu
Der neue Widersacher trägt den Namen Lilypad, ein grünes Tablet in Froschgestalt. Es spricht nicht nur, sondern vermeint auch zu wissen, was das Beste für die achtjährige Bonnie ist. Nämlich die (Online-)Freundschaft mit drei Mädchen, die bereits länger Tablets besitzen. Während diese sich als ziemlich überheblich gegenüber der schüchternen Bonnie erweisen, wird der Antagonismus zwischen altem und neuem Spielzeug zunehmend komplexer, was einmal mehr die Intelligenz der Animationsfilme aus dem Hause Pixar zeigt.
Dabei liefert „Toy Story 5“ ein Plädoyer gegen die Wegwerfmentalität. Auch die Fantasie der Spielzeuge selber wird gewürdigt, wenn sie eine Ballszene in einen Agentenfilm und eine Hochzeit in ein Murder Mystery verwandeln (wobei der Film auf Zeichentrickelemente zurückgreift). Schön auch, dass das Altern von Cowboy Woody nicht verschwiegen wird – die kahle Stelle am Hinterkopf ist unübersehbar.