Frauen im Männerfernsehen: „Was haben wir gelacht“

Die großen Samstagabendshows des deutschen Fernsehens waren Männersache, die Assistentinnen der Showmaster nur Beiwerk. Das alles waren Programme der öffentlich-rechtlichen Sender; 1984 begann mit dem Privatfernsehen eine neue Ära. Aber wurde es damit besser? Gewiss, es wurde frecher, es gab Nischen für Leute wie Dirk Bach oder Hella von Sinnen, auch bei den öffentlich-rechtlichen, die damit versuchten, verloren gegangenes Territorium zurückzugewinnen. Allerdings dauerte es bis 1993, bis Maren Kroymann mit „Nachtschwester Kroymann“ die erste Frau wurde, die eine eigene Satiresendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bekam. Auch wenn die Domäne nicht mehr ausschließlich von Männern bespielt wurde, bedeutete das nicht, dass Witze auf Kosten von Frauen abnahmen.
Man wundert sich heute, was damals alles sagbar war. Diese Ausschnitte dem Vergessen in den Archiven entrissen zu haben, ist ein großes Verdienst dieses Films. Das zweite ist, dass er sie von fünf Frauen kommentieren lässt, die damals im Fernsehen versuchten, alternative Wege zu gehen: Maren Kroymann („Nachtschwester Kroymann“), Hella von Sinnen („Alles Nichts Oder?!“, „Weiber von Sinnen“), Esther Schweins („RTL Samstag Nacht“), Gaby Köster („7 Tage, 7 Köpfe“) und Bettina Böttinger („B. trifft…“).
„Was haben wir gelacht“ verbindet das mit ihren Erinnerungen an die Hürden, die ihnen seinerzeit dabei in den Weg gelegt wurden, an den nicht selten offenen Hass, der ihnen entgegenschlug. Dabei blicken sie durchaus auch selbstkritisch zurück auf die eigenen Anfänge. Waren die Sendungen damals ebenso Gesprächsthema im Alltag wie die Shows der Öffentlich-Rechtlichen in den Jahrzehnten zuvor, so kann einem bei diesem Blick zurück durchaus schon unheimlich werden angesichts dessen, was damals als gelungene Unterhaltung galt.