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Fitness-Expertin Katrin Hentschel über Drill beim Sport

Hentscheltip: Was hat Sie bei der Entwicklung des Bootcamp-Fitnessprogramms inspiriert?
Katrin Hentschel: Als ich vor ein paar Jahren in New York war, habe ich ein Bootcamp-Training mit Drill auf der Brooklyn Bridge beobachtet. Die Leute hatten nicht viele Hilfsmittel dabei, die Brücke wurde jedoch in das Training mit einbezogen. Obwohl alle Leute während des Trainings hart rangenommen wurden, sahen danach alle sehr glücklich aus. Da ich einfache Übungen im Freien mag, dachte ich, dass man das Konzept in Berlin gut umsetzen könnte.

tip: Fitness mit Drill, wie kann man sich das vorstellen?
Hentschel: Der Begriff Bootcamp kommt aus dem amerikanischen Militär. Hartes Training soll bei den Rekruten die nötige Grundfitness gewährleisten. Es gibt in Deutschland Bootcamp-Vereine, bei denen Leute in Springerstiefeln neben dir stehen, aber bei mir ist das anders. Ich trage normale sportliche Kleidung.Da ich selber keinen militärischen Hintergrund habe und militärischer Drill die Menschen eher abschreckt, habe ich mein Bootcamp-Programm etwas lockerer gestaltet. Der Drill ist aber dennoch da. Man spürt ihn, denn ich erlaube meinen Teilnehmern nicht, bei einer Übung mittendrin aufzuhören. Das ist keine Schikane, sondern soll ihnen klarmachen, dass sie nicht nur bis an ihre Grenzen gehen können, sondern auch über sie hinaus.

tip: Wie ist eine Trainingsstunde aufgebaut?
Hentschel: Wir machen einfache Übungen, wie Crunches und Hampelmänner. Wir robben zwar nicht durch den Schlamm, beziehen aber dennoch unsere Umgebung (Bänke, Bäume und Treppen) in die Übungen mit ein. Hilfsmittel, wie Gummibänder oder Kleinhanteln, habe ich auch dabei.

tip: Was für Leute kommen in Ihre Kurse?
Hentschel: Das ist unterschiedlich. Zu mir kommen Menschen, die schon sehr sporterfahren sind. Zum Beispiel Läufer, die ihre Zeit verbessern wollen, Boxer und Bodybuilder waren schon dabei. Aber es sind auch absolute Anfänger dabei. Die fühlen sich zwar am nächsten Tag, als ob sie vom Bus überfahren wurden, aber das wird mit jedem Training besser.

tip: Haben Sie mehr weibliche oder männliche ­Teilnehmer?
Hentschel: Meine Gruppen sind sehr gemischt. Ich habe festgestellt, dass die Gruppen sehr locker miteinander umgehen, sich aber dennoch gegenseitig motivieren. Männer fühlen sich angespornt, wenn sehr sportliche Frauen dabei sind, und wollen genau so gut oder besser sein.

Interview: Janina Gallert

www.fitness-bootcamp-berlin.de; Termin: 21.3.2011, 18.45 Uhr, Treffpunkt: Brücke am Schleusenkrug, Tiergarten

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