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Kommentar

„Fragezeichen“ von Erik Heier

Grüner Haken, gelber Pfeil nach oben. Als der Senat im April seine 100-Tage-Bilanz auf 60 Vorhaben in einen Flyer herunterbrach, teilte er sich nur diese beiden Symbole zu. 58 Haken für „umgesetzt“, zwei Pfeile für „fast geschafft“

Erik Heier

Rote Kreuze oder blaue Fragezeichen für „nicht erledigt“ und „Keinen blassen Schimmer, wo die Scheiße noch hinführen soll“? Fehlanzeige. Jetzt, zur verdienten parlamentarischen Sommerpause, reichen wir einige nach. Zum Beispiel hat sich Justizsenator Behrendt (Grüne) mit der Neubesetzung des Generalstaatsanwalt-Postens derart verheddert, dass der arme Immer-noch-Chefermittler Rother in diesem Leben wohl nicht mehr in Rente gehen darf. Behrendts Wunschkandidatin Koppers schlägt sich als Polizei-Vize unter anderem mit maroden Schießständen herum, wobei in Wannsee gerade ein Training wegen erhöhter Kohlenmonoxid-Werte abgebrochen wurde, dabei galten dort die Schießstände als saniert. Aber die 24.000 neuen Dienstpistolen kommen ja dieses Jahr sowieso nicht mehr an, dafür werden einige alte MPs noch mal restauriert. Um die vom Auto zu beruhigende Straße Unter den Linden ist es so ruhig geworden, dass man die Restluft hören könnte, die dem Testballon entweicht. Das Neutralitätsgesetz wackelt mit jedem Kopftuchurteil gegen den Senat etwas mehr. In der Rigaer Straße ist jede Woche Klein-Hamburg. Und der Flughafen Tegel könnte doch offen bleiben, am 24.9. stimmt das Volk ab, jetzt ist sogar der Bundesverkehrs-Dobrindt dafür. Und der BER? Wird erst 2019 fertig. Oder 2020? Fragezeichen? Kreuz???
Wir wünschen schöne Ferien.

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