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„Funk is not Dead!“ im Ballhaus Naunynstraße

FunkIsNotDeadDass Schauspieler eitle Egoshooter, Regisseure frustrierte Zyniker, Autoren arme Würstchen und Produzenten aufgeblasene Witzfiguren sind, ist nicht unbedingt neu, aber immer wieder ergiebiger Stoff für Kulturbetriebssatiren aller Art. Idil Üner jagt die Klischees in ihrem Stück „Funk is not dead!“ am Ballhaus Naunyn­straße ziemlich lustig in die krachende Übertreibung und multipliziert das strafverschärfend mit nicht weniger grob geschnitzten Migranten-Klischees von der „Türken-Tussi“ bis zur „Kopftuch-Ollen mit zerstörter Jungfernhaut“.

Der Plot: die aus dem Ruder laufende Produktion eines Live-Hörspiels, bei dem das Stück komplett umgeschrieben und die türkische Prostituierte den Wünschen ihrer Sprecherin gemäß zur deutschen Karrierefrau wird. Der Off-Sprecher-Kleindarsteller glaubt, er wäre der deutsch-türkische Al Pacino, der Pförtner gibt sich als genialer Geräuschemacher zu erkennen und alle miteinander wirbeln Kunstwollen, blanke Eitelkeit und leichten Wahnsinn munter durcheinander. Insgesamt: großer Spaß unter sorgfältiger Vermeidung übertriebener politischer Korrektheit und fröhliches, nicht unnötig subtiles Kreuzberger Boulevard Hau-drauf-Theater.

Text: PL

tip-Bewertung: Annehmbar

Funk Is not dead!
Ballhaus Naunynstraße, Do 20.–So 23.1., 20 Uhr

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