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Kommentar

„Geld“ von Peter Laudenbach

Es lohnt sich offenbar, wenn der Kultursenator für sein Ressort kämpft: Der Haushaltsplan sieht vor, dass der Kulturetat des Landes Berlin im kommenden Jahr um 52 Millionen Euro steigt; 2019 ist es ein Plus von 67 Millionen

Peter Laudenbach

Klaus Lederer, dem man auf anderen Gebieten ein etwas zu konfliktscheues Agieren vorwerfen kann, hat bei den Haushaltsberatungen offenbar ganze Arbeit für die ihm anvertrauten Institutionen geleistet. Neben dem flächen­deckenden und nur fairen Ausgleich der Kosten für Tariferhöhungen setzt der Haushalt klare und überfällige Akzente. Die Freie Szene bekommt deutlich mehr Geld, insgesamt 6,5 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren. Auch ein anderer, strukturell unterfinanzierter Bereich wird besser ausgestattet: Die Kinder- und Jugendtheater sollen jährlich zusätzliche eine Million Euro erhalten. Beides dient auch dazu, das Wahlversprechen der Linken zu erfüllen, für viele prekär Beschäftigte oder schlecht Bezahlte im Kultursektor soziale Mindeststandards (statt dem alten Standard der Selbstausbeutung) zu ermöglichen.
Fragwürdiger sind die Gelder für ­allerlei Kulturevents, und damit ist jetzt ausnahmsweise einmal nicht die Volksbühne gemeint: Rund vier Millionen Euro soll es für Festivals wie die Fête de la Musique geben. Nun ja. Den Eindruck, dass es in Berlin an Volks- und Touristenbespaßung im öffentlichen Raum fehlt, hatten wir bisher nicht unbedingt. Ein anderer Schwerpunkt, vielleicht der wichtigste: Weil linke oder einfach verantwortungsvolle Kultur­politik auch mit sozialer Inklusion zu tun hat, wachsen die Landeszuschüsse für kultureller Bildung und bezirkliche Kulturarbeit. Gut so.

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