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Kultur

Großstadtnatur erkunden

Großstadtnatur erkunden

Tief in unserem Inneren bleiben wir doch Jäger und Sammler. Familien jedenfalls, die in den vergangenen Herbsttagen die Zeit nutzten, um mit ihren Kindern Eicheln und Kastanien zu sammlen, konnten bald feststellen, wie emsig der Nachwuchs bei der „Arbeit“ ist: Hier liegt noch eine. Und da. Und dort gleich drei. Sogar die Eltern geraten in einen Sammelrausch, wenn es gilt, die Stoffbeutel zu füllen.

Dieses Vergnügen ist genauso gratis wie der Spaß, den man hat, wenn man die für den Menschen nicht genießbaren Früchte in den Berliner Wildgehegen an Rehe, Hirsche oder Wildschweine verfüttert. Treten sich die Besucher, etwa beim Wildgehege im Spandauer Forst, am Wochenende aufgrund des Andrangs schon mal auf die Füße, so sind die freien Wochentage während der Herbstferien ideal, den Tieren einen Besuch abzustatten. Angesichts der großen, braunen Augen, mit denen etwa eine Hirschkuh ihre Betrachter anschaut, schmilzt so manches Herz. Allerdings reicht die Brunftzeit noch in die Herbstferien hinein, die Tiere sind oft mit sich selbst beschäftigt. Im Spandauer Gehege sehr gut zu beobachten von einem Aussichtsturm. Sollten die Tiere also gerade keinen Appetit haben, kann man Kastanien- und Eichelvorräte während der Öffnungszeiten auch in der Försterei abgegeben.

Dass die Natur im Herbst einiges zu bieten hat, können Groß und Klein aber auch im Freilandlabor Britz erleben. Bei der Führung „Herbstliches Laubrascheln“ (23.10., 14 Uhr) etwa, einer Exkursion durch den Britzer Garten, wird die Blättervielfalt erforscht, aber auch aus Naturmaterial eine Laterne zum Mitnehmen gebastelt. Warum die Gelegenheit nicht nutzen, um im anliegenden Pavillon gleich noch die Ausstellung „Nachbar Fuchs“ zu besuchen? Dort erfährt man unter anderem, wie der wilde Verwandte des Hundes sich in unseren Städten eingerichtet hat. Wobei es auch Spaß macht, seiner potenzielle Beute –Schwäne oder Schafe – im Britzer Garten bei ihrem Treiben zuzuschauen.

Wer nicht nur gucken, sondern auch gerne ein Tier streicheln möchte, sollte das Haus Natur und Umwelt in der Wuhlheide besuchen. Im Streichelzoo warten Ziegen, ein Lama und auch ein Esel, außerdem gibt es noch Aquarien- und Terrarientiere zu bestaunen. Ebenfalls in schönster herbstbunter Umgebung gelegen ist der Tierpark Neukölln in der Hasenheide. Eintrittsfrei kann man hier Trampeltieren, Kashmirziegen, Emus oder Yaks ziemlich nahe kommen, die hier open air gehalten werden.

Doch nicht nur weithin sichtbare, meist domestizierte Tiere laden im Herbst dazu ein, ihnen einen Besuch abzustatten. Es lohnt sich auch, den Blick auf unscheinbare Käfer – oder unter die Oberfläche von Teichen zu richten. Am 25. Oktober lädt das Ökowerk dazu ein, sich unter anderem mit dem „Herbst im Teich“, aber auch mit der Umstellung auf die Winterzeit zu beschäftigen. Denn das steht dann als Nächstes an: Es wird noch dunkler und kälter.

Text + Foto: Eva Apraku

Wildgehege im Spandauer Forst
hinter der Försterei Spandau, Schönwalder Allee 50, Spandau. Kastanien und Eichelabgabe: Di 14-18 Uhr beim Förster
oder Mo-Fr 7-15 Uhr im Wirtschaftshof der Försterei,
Schönwalder Allee 53, Spandau

Freilandlabor Britz e.V.

im Britzer Garten, Sangerhauser Weg 1, Britz,
www.freilandlabor-britz.de

Britzer Garten

Haus Natur und Umwelt
An der Wuhlheide 169, Köpenick,
bis Ende Oktober: Di-Fr 10-18 Uhr, Sa & So 10-18 Uhr,
ab November: Di-Fr 10-16 Uhr, Sa & So 10-17 Uhr,
www.hnu-berlin.de

Tierpark Neukölln
Hasenheide 82, Neukölln,
bis Ende Oktober: tgl. 9-19.30 Uhr,
ab November: tgl. 9-15.30 Uhr,
www.tierpark-neukoelln.berlin

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