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Harald Metzkes „Beleuchtetes Experiment“

KulturIm Alter hat er Zaubern gelernt. Seine Gemälde und Aquarelle strah­len Leichtigkeit, Humor und Feingefühl aus. Es sind Fantasien, Tagträume, biografische Sequen­zen, Landschaften, immer mit Figuren gefüllt. Sie scheinen der Commedia dell’Arte entsprungen oder dem Zirkus. Hier schultert der Pierrot einen Knirps („Sonnensegel“), dort passt er auf, dass ein Junge mit Balancierstange nicht fällt („Balancierstunde“). Harald Metzkes ist soeben 80 geworden, ein freundlicher Herr mit prüfendem Blick im immer noch jungenhaft wirkenden Gesicht. Auch sich selbst hat er mit „Pulcinell zu Gast“ verewigt. Während der Maler skizziert, schaut jener in den Spiegel wie wir in seine Spiegel-Bilder. Die Galerie zeigt neben neuen Arbeiten auch einige aus den 50er und 60er Jahren. Ein interessanter Vergleich. Hier hat sich einer zu großer Meisterschaft entwickelt, als Kolorist und Bildkomponist. Stand der Künstler anfangs noch im Banne der Impressionisten, so wirkt er heute entschieden freier, überaus poetisch in seiner metaphorischen Malerei. Als modernen Watteau könnte man ihn sehen, wenn er nicht Zirkusdirektor seiner eigenen Akrobaten, Clowns und Komödianten wäre. Seine durchaus bodenständige Motivwelt kommt einem zauberhaften Welttheater gleich. In dem wird gern getanzt, wohl, um auf dem schmalen Grat zwischen Hochgefühl und Abgrund im Takt bzw. intakt zu bleiben. Wer Bilder wie seine „Glücksfische“ (2008) anschaut, kann ins Träumen geraten und sein Gleichgewicht wie­derfinden.    

Text: Andrea Hilgenstock

tip-Bewertung: Sehenswert

Harald Metzkes „Beleuchtetes Experiment“
Galerie Leo.Coppi
Di-Sa 12-18 Uhr, bis 21.3.2009

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