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Helden, Freaks und Superrabbis im Jüdischen Museum

SupermanWar Superman beschnitten? Der Erfinder dieses „Springinsfeld“ in seinem „würdelosen Badezeug“, wie ein Naziblatt 1940 hetzte, war es bestimmt. Die Geschichte des US-amerikanischen Comics als Ausdruck zeitgenössischer Alltagskultur ist lang und sicher nicht spezifisch jüdisch, auch wenn Comics und Comedy in den USA eine jüdische Spezialität zu sein scheinen. Eine sehr große Anzahl der inzwischen nicht mehr nur komischen Bildergeschichten stammt von Kreativen jüdischer Herkunft. Zwei Drittel des 1970 als weltweit erstes nur von Künstlerinnen gestalteten Comic-Hefts „It Ain’t Me, Babe“ stammte von Jüdinnen, wie Trina Robbins, eine Autorin des spannenden Ausstellungs-katalogs, hervorhebt. Jüdische Themen wurden in der ersten Generation von Comicstrips eher selten direkt angesprochen. Zunächst eroberten die patriotischen Saubermännerhelden den US-amerikanischen Markt und in den 1950er-Jahren auch Deutschland. Die Generation nach Superman begann bereits, gegen die Heile-Welt-Mythen anzuzeichnen, und Art Spiegelman brachte mit seinem grafischen Roman „Maus“, der den Holocaust zum Thema hat, eine neue Ebene in das Medium Comic. Die Ausstellung im Jüdischen Museum bietet Einblicke in die Entwicklung der Bilderstreifen und folgt den Spuren jüdisch gefärbter Bildertext-Kunst. Mit einer leicht schrägen Ausstellungsarchitektur soll das richtige Feeling im farbigen Bilderwald vermittelt werden.

 

Text: Constanze Suhr

Foto: DC Comics

tip- Bewertung: Sehenswert

Helden, Freaks und Superrabbis – Die jüdische Farbe des Comics ?Jüdisches Museum, ?tgl. 10-20 Uhr, Mo 10-22 Uhr, ?bis 8.8.2010

 

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