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„Hinter der Mauer. Glienicke – Ort der deutschen Teilung“

im_kleingartenDenn ohne lange im Voraus beantragte Passierscheine und massive Sicherheitskontrollen konnte niemand die Enklave der DDR auf West-Berliner Gebiet erreichen, auch nicht Oma und Opa, um ihre Enkel zu besuchen. Auf der einen Seite komplett von West-Berlin umgeben, auf der anderen Seite vom ­Teltowkanal abgeriegelt, war der einzige Zugang zu der so entstandenen „Halbinsel“ die Parkbrücke nach Babelsberg. In dieser Lage wurde Klein-Glienicke, wo die DDR stellenweise nur 15 Meter breit war, ­regelrecht zum Nadelöhr der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Aufgrund der exemplarischen Stellung des Ortes gibt es nun die Ausstellung „Hinter der Mauer. Glienicke – Ort der deutschen Teilung“ im Schloß Glienicke. Originalexponate und Zeitzeugen berichten von Fluchtversuchen, Bespitzelung und darüber, wie die Mauer den Alltag veränderte und Teil des Lebens wurde. Die Absurdität, die der Mauerbau mit sich brachte, wird hier besonders deutlich. Die rote Linie auf der Landkarte führte beispielsweise direkt durch Vorgärten. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm. Besonders interessant dürfte der 21. August werden, dann berichten Brigitte und Helmut-Henning Schimpfermann über ihre Flucht. Am 15. Juni 1971, in einer regnerischen Nacht, stellten sie spontan die Obstleiter ihrer Nachbarin an die Mauer und kletterten mit ihren zwei Kindern in den Westen. Die Stasi setzte in den Folgejahren 21 inoffizielle Mitarbeiter auf sie an.

Text: Max Hasse

Foto: Jutta Jagßenties

Hinter der Mauer. Glienicke – Ort der deutschen TeilungSchloss Glienicke, Orangerie, Königstraße 36, Zehlendorf,
Di–So 10–18 Uhr, 19.6.–3.10., www.hinter-der-mauer.de

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