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Kommentar

„Holm-Effekt“ von Erik Heier

Auf seiner Facebookseite versah Andrej Holm die jetzt vom Senat beschlossene Aussetzung der Mieterhöhungen im sozialen Wohnungsbau mit dem schwungvollen Hashtag #aufdenweggebracht

Erik Heier

Es war vermutlich eine der letzten Amtshandlungen des Anfang vergangener Woche zurückgetretenden Baustaatssekretärs, dem seine genaue Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit vor fast drei Jahrzehnten aus diesen oder jenen Gründen nicht mehr vollständig präsent war. In seiner Rücktrittserklärung machte Holm allerdings „die Angst vor einer Wende im Bereich der Stadt- und Wohnungspolitik“ als  eigentlichen Grund für die „Polemik derer, die mich als Staatssekretär verhindern wollten“ aus. Eine Interpretation, die seine Gegner angesichts von Holms nicht übermäßig ausgeprägter Selbstkritik dann doch sehr verwegen fanden. Von seinen Anhängern wird die Sichtweise, die „Immobilienlobby“ habe Holm unter dem Stasi-Vorwand verhindert, aber geteilt. Nur ist es nicht so, dass eine Umsteuerung in der Wohnungspolitik zwingend an die Person Holm gebunden wäre. Es liegt bei der linken Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, in einer der vielen wohnungspolitischen Initiativen einen Nachfolger aufzutun, der Holms Ansichten zur Wohnungspolitik teilt, idealerweise aber nichts mit der Stasi oder ähnlichen dürftig beleumundeten Behörden zu tun hatte. Allerdings scheint Lompscher die Lust auf einen externen Experten gründlich vergangen zu sein. Im Gespräch sind angeblich vor allem Parteifreunde aus der Fraktion. Als hätte die Senatorin jetzt der Mut verlassen.

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