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„Imitation of Life“ im HAU 3 in Kreuzberg

Theater ist immer eine Fälschung, ein Fake, ein gekonnter Betrug mit erfundenen Identitäten: Menschen tun so, als wären sie andere, und obwohl wir wissen, dass es nur Schauspieler sind, tun wir so, als würden wir ihnen zumindest für den Augenblick glauben, dass sie Lear, der Prinz von Homburg oder drei Schwestern aus der russischen Provinz sind.
Vertrackter wird es, wenn das Theater die Fälschung der Realität selbst zum Thema macht und die Wirklichkeit als Erfindung vorführt. Der Regisseur Boris Nikitin und der Performer Malte Scholz widmen sich in ihrem Stück „Imitation of Life“ im HAU 3 all den gefälschten Bildern, Tagebüchern, Geheimdienst-Berichten, wissenschaftlichen Protokollen, die Realität fingieren. Und wenn die Dokumente lügen, wird auch das scheinbar so nüchterne Dokumentartheater zu einem doppelbödigen Spiel mit Fakes und Fakten. Und spätestens, wenn wir Dokumenten nicht mehr glauben können, und an was sonst sollten wir glauben, zerbrechen die Gewissheiten und die Ordnung der verwalteten Welt.

Text: Peter Laudenbach / Foto: Dominik Labhardt

„Imitation of Life“
HAU 3, 29., 30.10., 1.11. 20 Uhr

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