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Kunst und Kultur

Initiative will Kultur per Grundgesetz stärken: Alle Infos zur Petition

Eine neue Petition fordert die Aufnahme der Kultur ins Grundgesetz – vor allem ihre Förderung. Dies sei bisher den Ländern und Kommunen überlassen. Die Verantwortlichen sind jedoch „der Überzeugung, dass der Stellenwert von Kunst und Kultur als ein kollektives gesellschaftliches Interesse grundrechtlich geschützt werden muss.“ Zum Auftakt haben viele bekannte Namen die Petition unterzeichnet.

Die Pettiton „Kultur ins Grundgesetz“ ist gestartet und läuft für sechs Wochen. Foto: Kultur ins Grundgesetz/Jens Wazel

Kultur ins Grundgesetz: Unterstützung von Promis und Menschen aus der Politik

So zählen zum Beispiel Wim Wenders, Kultursenator Klaus Lederer, Konstantin Wecker, Gregor Gysi, Till Brönner und Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) zu den Namen, die auf der frisch freigeschalteten Petitionsseite zuerst auftauchen.

Der Impuls für die Initiative kommt aus einer Gruppe Kulturschaffender und Kulturförderer*innen in Berlin, die sich im November 2020 zum Ziel setzten, bessere Bedingungen für sich und ihre Mitstreiter*innen in Deutschland zu schaffen.

Die Forderungen sind dabei konkret:

  • Schutz von Kunst und Kultur als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern
  • Recht auf unbeschränkte Teilhabe aller am kulturellen Leben und an kultureller Bildung als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern
  • Langfristige stabile Sicherungsinstrumente für Kunst- und Kulturschaffende zu etablieren sowie ein auf sie zugeschnittenes gesetzliches Regelwerk zu schaffen, das sie vor unverschuldeten Verdienstausfällen schützt

„Unser Ruf KULTUR INS GRUNDGESETZ ist eben NICHT der unmittelbare Ruf nach der Rettung der Künstler in der Corona-Krise. Es ist der Ruf nach der Wertschätzung und dem daraus resultierenden Schutz von Kunst und Kultur“, erklärt Mit-Initiator Tino Eisbrenner dazu bei Facebook.

Kunst im Grundgesetz als Beitrag zur gesellschaftspolitischen Bildung

Begründet sind die Forderungen unter anderem damit, dass alle Kunstformen mehr als nur ein bloßes Vergnügen sind – sondern „in all ihren Ausprägungen einen elementaren Beitrag zur gesellschaftspolitischen Bildung“ liefern. Kunst gelinge es, Gemeinsinn zu stiften und Zusammenhalt zu erzeugen. „Sie liefert vielfältige Impulse und Denkanstöße zur Willens- und Persönlichkeitsbildung, sie transportiert Wissen und sie fungiert gleichermaßen als Bewahrerin ideeller Güter wie auch als visionäre Gestalterin“, so heißt in der Petition.

Die Urheber*innen hoffen nicht nur auf Unterschriften – 50.000 sollen es in den sechs Wochen bis zum 24. Januar werden, sondern auch, dass möglichst viele zu dem Thema mit Bekannten aus der Kulturwelt, aber auch im persönlichen Umfeld in den Diskurs gehen. Auch um Ideen, wie eine breitere Öffentlichkeit für das Anliegen geschaffen werden kann, wird gebeten.

Initiiert haben die Petition

  • Kathrin Schülein, Theaterleiterin, Regisseurin, Choreografin am Theater Adlershof
  • Felix Meyer, Sänger, Texter, Dokumentarfotograf
  • Katharina Kwaschik, Schauspielerin, Vorstand der Shakespeare Company Berlin
  • Hans-Eckhardt Wenzel, Musiker, Sänger, Regisseur und Schriftsteller
  • Caroline Siebert, Schauspielerin
  • Jens Wazel, Fotograf
  • Marlene Heupel, Management-Assistentin
  • Sebastian Köpcke, Gestalter, Fotograf, Ausstellungsmacher, Autor
  • Bettina Ullmannm, Journalistin, PR
  • Tino Eisbrenner, Songpoet, Autor, Musiker, Schauspieler

Die Petition und die Initiative werden hier ausführlich vorgestellt. Unterschreiben könnt ihr hier. Auch zu finden bei Facebook.


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