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Kommentar

„Intensiv-Eltern“ von Erik Heier

Sind Eltern die neuen Intensivtäter?  Sieht so aus.

Erik Heier

Eigentlich wollte ich einen Kommentar über Sarah Kuttners Kinderpinkel-Kommentar und die Kommentare auf Sarah Kuttners Kinderpinkel-Kommentar schreiben. Ziemlich viele und ziemlich angepisste Kommentare. Sarah Kuttner hat zu vielem eine Meinung, was ich gut finde. Sarah Kuttner hat zwar keine Kinder, aber einen Hund, was mir egal ist. Und Sarah Kuttner findet es „nö“, wenn Mütter im Paradies der unbegrenzten Restaurant-Toiletten-Dichte, Prenzlauer Berg, ihre Kinder gegen Bäume pullern lassen. Man hätte es natürlich ahnen können: die Kombination Prenzlauer Berg/Mütter/Kinder/Pullern/Bäume/Hunde ist toxisch, irgendwie vermisst man in der Erregungsspirale nur noch irgendwas mit „Bio“. Ich wollte dann also diese ganze Schwachsinns­debatte einmal forsch durchkommentieren. Diesen „Pipi-Kram“, das „Eltern-Bashing“, den „Puller-Alarm“.  Dass sich mutmaßliche Mütter in Kuttners Facebook-Account über sie auskotzten („Die Frau hat Depressionen, weil sie keine Mutter ist“, „Ich hoffe, wenn dich mal jemand erwischt, wie dein Hund auf Straße pinkelt treten sie ihn tot“…), denen man dafür am liebsten die Erziehungserlaubnis für ihre Kinder stornieren möchte. Und den nächsten „Stern“-Titel hätte ich in diesem Kommentar auch vorhergesehen, „Ja, wir haben unsere Kinder gegen einen Baum in Prenzlauer Berg gehalten“. Aber eigentlich ist mir diese Intensiv-Eltern-Debatte völlig Wumpe. Diese chronisch beleidigte Hypererregtheit. Entspannt euch doch einfach mal. Und hier könnte jetzt ein niedliches Katzenfoto stehen.

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