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Ist Natur­kosmetik unsexy?

Und Gretel: Christina Roth und ­Stephanie Dettmann

Der Anfang war eine Begegnung auf dem Balkon. Christina Roth arbeitete als Make-up-Artistin und Stephanie Dettmann war die neue Nachbarin von Christinas Freund. Von Balkon zu Balkon erzählte Roth von ihrer Idee und der Marktlücke: Make-up mit natürlichen Inhaltsstoffen, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Einen Namen hatte sie damals auch schon: "Und Gretel"
Zwei Jahre später trafen sie die Frauen an einem Regentag wieder. "Wir sahen uns an und waren uns sofort einig", sagt Stephanie Dettmann, "Christina war auf der Suche nach einer Geschäftspartnerin und wir beschlossen, von nun an gemeinsam Und Gretel auf den Markt zu bringen."
Der Kosmetikmarkt wird von wenigen großen Playern dominiert, die ihren Kundinnen mit riesigen Werbebudgets und Promis als Markenbotschaftern vor allem Wunder versprechen. Wie kommt man da auf die Idee, sich von Berlin aus in diesen umkämpften Markt zu wagen?
"Der Entschluss Und Gretel zu gründen, hat mit meiner langjährigen Arbeit als Make-up-Artist zu tun", sagt Initiatorin Christina Roth. Sie wurde immer wieder mit einem scheinbaren Paradoxon konfrontiert: wirkungsvolles Make-up aus natürlichen Inhaltsstoffen. "Zertifizierte dekorative Kosmetik, die meinem hohen Anspruch gerecht wurde, was Farben, Textur und Haftbarkeit betrifft, gab es nicht." Und Stephanie Dettmann ergänzt: "Wir haben uns bewusst entschlossen, kompromisslos auf höchste Qualität zu setzten, mit dem Ziel, die schönsten und facettenreichsten Farben zu kreieren."
Zielgruppe von Und Gretel sind Profis und Endverbraucherinnen. "Unsere Produkte ermöglichen durch vereinfachte Handhabung, sich wie ein Profi zu schminken", so Christina Roth. Den beiden ist bewusst, dass viele Frauen noch Vorurteile gegenüber Naturkosmetik haben. Wie ist die Konsistenz, die Haltbarkeit, wie sexy kann man damit aussehen? Roth und Dettmann setzten auf Trends. Diese suchen und finden sie in Magazinen und in den Modemetropolen. "Am meisten interessiert mich Make-up im Fashion-Kontext", sagt Christina Roth. Und Stephanie Dettmann fügt hinzu: "Ohne Berlin und seine Szene wäre "Und Gretel" nicht entstanden." Die Stadt sei eine wichtige Inspirationsquelle und schaffe den Rahmen für gute Ideen.
In ihrer Strategie stehen nun Großbritannien und Schweden auf dem Plan. Es geht um nachhaltiges Wachstum. Christina Roth: "Es braucht Zeit, Wurzeln zu fassen und einen festen Stamm zu bekommen. Langsam und stetig wachsen um Und Gretel zu etablieren. Gesundes Wachstum wie es die Natur zeigt."

Text: Stefan Saurbrey

Fotos: DAN ZOUBEK, Produkte v. Und Gretel

Und Gretel Andreas Murkudis, Potsdamer Str. 81 E, Tiergarten weitere Händler, Onlineshop, Info: www.undgretel.com

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