Kultur

Jagd auf Waschbären

Jagd auf Waschbären

Brandenburgs Jäger haben in diesen Tage einen neuen Feind im Visier: den Waschbären. Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Kleinbär verbreite sich rasant; seine „Populationsdynamik“ stelle nicht nur für Bodenbrüter und Singvögel eine Bedrohung dar, sondern auch für Jagdhunde, argumentiert der Landesjagdverband Brandenburg.  ??“Die große Aggressivität“ der Waschbären wird „zum Problem„, beklagt der Verband aktuell. Vier Jagdhunde seien im vergangenen Jahr von Waschbären getötet worden, ein weiterer Hund vor wenigen Tagen. Ein Grund, um wieder einmal die „konsequente Bejagung“ der Waschbären zu fordern.
Wie kam es überhaupt zu den tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Waschbären und Jagdhunden? „Die Waschbären“, sagt Claudia Lotz vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V (bmt) in Berlin, „haben sich nicht aus heiterem Himmel auf die Hunde gestürzt. Sie verteidigten sich, als sie von Hunden, die auf der Jagd nach Wildschweinen das Schilf durchsuchen sollten, aufgestöbert wurden.“  ?Darüber hinaus lehnt die bmt-Geschäftsstellenleiterin die uneingeschränkte Bejagung des Kleinbären ab. „Jeder jagdliche Eingriff auf eine Wildtierpopulation hat gravierende Folgen auf die Reproduktionsrate: So führt eine intensive Verfolgung zur unkontrollierten Ausbreitung und ist damit kontraproduktiv, wie auch Studien belegen„, so Claudia Lotz.  ??21.577 Waschbären sind 2013/2014 in Brandenburg erlegt worden. Damit ist die so genannte Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6% gestiegen. Für den Landesjagdverband ein wichtiger Hinweis, dass die Zahl der Waschbären stetig zunimmt.

Quelle:
Bund und gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Foto: Quartl– Wikimedia Commons

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