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Jörg Buttgereit weiß: „Nichts ist ­gruseliger als das ­Unbekannte“

JB_c_fufu_frauenwahlHerr Buttgereit, warum geht von der Welt des Horrors eine solche Faszination auf die Menschen aus?
In Horrorfilmen geht es immer um dieselben Themen: Krankheit, Tod und Verlust. Alles Dinge, vor denen wir uns fürchten. Da aber nichts gruseliger ist als das Unbekannte, bietet der Horrorfilm eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit unseren Urängsten, indem er sie abbildet. Für Jugendliche übernimmt das Anschauen eines Horrorfilms außerdem noch die Funktion einer Mutprobe. Ich selber habe als Teenager gern damit angegeben, wenn es mir gelang, mich im Kino in einen Film ab 18 zu schleichen.

Hat der Konsum von Horrorfilmen eher eine positive oder negative Wirkung auf die Psyche des Betrachters?  
Mich persönlich hat die Beschäftigung mit dem Schrecklichen und Abstoßenden eher weitergebracht als traumatisiert. Aber mit dieser Frage beschäftigen sich die Pädagogen ja schon seit Jahren. Verdirbt der Horror unsere Kinder, oder macht er sie stark für das Leben? Ich finde die Darstellung verharmlosender Gewalt, wie beispielsweise in den James-Bond-Filmen, viel gefährlicher, als den wahren Schrecken des Todes darzustellen.

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Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Leider nicht. Aber ich würde gerne an das Paradies glauben. Oder die Hölle, wo die ganze Zeit Slayer gespielt wird.

Welche Untoten gefallen Ihnen besser: Zombies oder Vampire?
Zombies. Weil sie ehrlicher sind und die Grausamkeit des Todes besser veranschaulichen. Vampire sind mir zu romantisch und verklärt.

Feiern Sie Halloween?
Bisher bin ich nie dazu gekommen. Aber dieses Jahr zeige ich an Halloween meine Filme „Nekromantik“ und „Schramm“ im Egypt Theater am Hollywood Boulevard in Los Angeles. Also feiere ich wieder nicht, werde aber vielleicht gefeiert.

Interview: Dina Herrler

Bild: Jörg Buttgereit als Comicfigur, dargestellt vom Berliner Illustrator FuFu Frauenwahl 

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