Zum 38. mal finden in Berlin die Jüdischen Kulturtage statt. Vom 13. bis zum 23. November erwarten euch zehn Tage voller Programm zur Feier der jüdischen Kultur. Unter dem Motto ‚Atid‘ – Zukunft – setzt die Jüdische Gemeinde Berlin ein Zeichen gegen aktuelle Konflikte und für Hoffnung, Verantwortung und Zuversicht. Wir haben euch spannende Programmpunkte herausgesucht.

Eröffnungskonzert mit dem Sinfonie Orchester Berlin
Zur Eröffnung der Jüdischen Kulturtage sorgen die Organisator:innen traditionell für ganz besondere Abende. Meistens dabei: das Sinfonie Orchester Berlin. Auch in diesem Jahr leiten sie die Veranstaltungsreihe in der Synagoge Rykestraße ein. Das Orchester nimmt die Besucher:innen mit auf eine musikalische Reise durch die jüdische Geschichte. Das Besondere: Die Geschichte wird anhand von Stücken aus der Hollywood-Filmlandschaft erzählt. Zu hören sind unter anderem Lieder aus den oscarprämierten Filmen ‚Yentl‘ (1983) und ‚Das Leben ist schön‘ (1997) sowie Stücke aus dem Musical-Klassiker ‚Fiddler on the Roof – Anatevka‘ (1971). Der Chor des Synagogal Ensemble Berlin und passende Animationen komplettieren das Erlebnis des Abends.
- Synagoge Rykestraße Rykestr. 53, Prenzlauer Berg, 13.11., 19 Uhr, kostenfrei, aber vorab Tickets hier
Die darauffolgenden Events finden in der ganzen Stadt verteilt statt: In der Stadtbibliothek, in den Hackeschen Höfen oder auch bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Mitte findet man spannende Veranstaltungen. Dazu zählen auch weitere Konzerte wie vom israelischen Bassisten Avishai Cohen oder der israelischen HipHop-Gruppe Hadag Nachash zum Festivalabschluss im Fotografiska, welche allerdings beide schon ausverkauft sind. Wer Glück hat, bekommt noch Restkarten.
Prominenter Besuch
Auch bekannte Gesichter sind dieses Jahr wieder dabei. Unter ihnen: Schauspieler und Autor Christian Berkel. Am 16. November liest er in der Staatsbibliothek aus „Sputnik“ (2025), dem Finale seiner autobiografischen Romantrilogie. Sputnik folgt auf „Ada“ (2020) und „Der Apfelbaum“ (2018) und komplettiert die dreiteilige Geschichte seiner Familie. Berkel blickt im letzten Teil auf seine Kindheit als Sohn einer verfolgten jüdischen Mutter in einem geteilten Deutschland. Mehr Termine für Lesungen findet ihr in unserer Literatur-Rubrik.
- Staatsbibliothek Unter den Linden 8, Mitte, 16.11., 13.30 Uhr, 14 €, staatsbibliothek-berlin.de
Ein weiteres prominentes Gesicht ist einer der derzeit beliebtesten US-Comedians, Mordechi Rosenfeld. Nachdem sein erster Auftritt bei den Jüdischen Kulturtagen Berlin 2023 rasch ausverkauft war, feiert er am 20. November sein Comeback. Rosenfeld füllt in den USA ganze Hallen – von daher: Schnell sein lohnt sich!
- Synagoge Rykestraße Rykestr. 53, Prenzlauer Berg, 20.11., 19.30 Uhr, 38 €, Tickets hier
Meisterwerke jüdischer Geschichte in den Hackeschen Höfen
Die Hackeschen Höfe widmen sich während der Jüdischen Kulturtage Filmen und Miniserien, die von jüdischen Filmschaffenden stammen oder jüdische Themen behandeln. Unter anderem „Irenas Geheimnis“ (2023, R.: Louise Archambault) am 16. November, der von einer Krankenschwester handelt, die gezwungen wird für die SS zu arbeiten oder „Bliss“ (2024, R.: Shemi Zarhin) am 22. November über ein Ehepaar, das in die Probleme zweier junger Männer hineingezogen werden.
- Hackesche Höfe Kino Rosenthaler Str. 40, Mitte, verschiedene Filme vom 16.11.–23.11., Tickets zwischen 11,90 € und 18 €, Website
Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“ als VR-Erlebnis
Die Ouvertüre „Ein Sommernachtstraum“ von 1827 gehört zu den bekanntesten Werken des jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn und wurde von dem damals 17-Jährigen in Berlin uraufgeführt. Fast 200 Jahre später findet sein Werk erneut seinen Weg in die Hauptstadt – auf eine nie dagewesene Art. Bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Mitte kann man Mendelssohns Stück als Virtual-Reality-Erfahrung erleben. Gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra hat der Violinist Timothy Summers federführend das Stück zum Leben erweckt. Die Besucher:innen können so das Stück audiovisuell und räumlich erleben. Für dieses Erlebnis öffnet die Jüdische Gemeinde gleich an mehreren Tagen ihre Pforten.
- Jüdische Gemeinde zu Berlin Oranienburger Str. 28-30, Mitte, 14., 16. und 17.11., Uhrzeiten variieren, 5 €, Tickets hier
Gemeinschaft und Begegnung während der Jüdischen Kulturtage
Verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der Jüdischen Kulturtage laden dazu ein, in den direkten Austausch zu treten. Diskussionsrunden und Podiumsgespräche bieten Raum für offene Gespräche über Themen wie Identität, Integration und Vielfalt. Das Festival stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert das Verständnis füreinander und zeigt die zahlreichen Facetten jüdischer Kultur.
- Jüdische Kulturtage Berlin 13.–23. November, Synagoge Rykestraße, Staatsbibliothek und weitere Orte, Programm und Tickets hier
Was ist los in diesem Monat? Hier sind 12 November-Highlights in Berlin, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Manches ist auch gratis: Kostenlose Tipps für November 2025 findet ihr hier. Zum Gedenken an den 7. Oktober 2023 ist im Flughafen Tempelhof eine Ausstellung zum Nova Festival zu sehen. Schöner Herbstspaziergang gefällig? Wie wär’s mit einem Ausflug in die Ceciliengärten? Oder stimmt das Wetter nicht? Hier sind Tipps für verregnete Tage mit Kindern. Nichts mehr verpassen: Hier geht’s zur Newsletteranmeldung.


