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Kinder des Krieges: Ruanda und die unbekannten Folgen des Völkermords

KinderdesKriegesIn der kongolesischen Provinz Nord-Kivu werden täglich Frauen und Männer von Hutu-Milizen vergewaltigt. Viele der Täter waren auch am Genozid im benachbarten Ruanda 1994 beteiligt, bei dem eine Million Tutsis getötet wurden. Der US-Fotograf Jonathan Torgovnik interviewte ruandische Frauen, die heute das Kind ihres Vergewaltigers großziehen müssen, meist allein, weil sie und die als „les enfants des mauvais souvenirs“ bezeichneten Kinder von der Gemeinschaft verstoßen werden. „Alle Frauen“, schreibt Torgovnik, „zeigten deutlich, dass ihre Kinder ihnen wichtig waren und dass sie die Verantwortung der Mutterschaft akzeptiert hatten.“ Wie Josette (Foto, mit ihrem Sohn Thomas): „Früher hatte ich immer das Gefühl, es wäre die einzige mögliche Rache, seinen Sohn zu töten. Aber ich habe es nicht getan.“ Die Weltgemeinschaft macht der- weil in der Demokratischen Republik Kongo das, was sie damals schon in Ruanda tat: tatenlos zusehen.
Text: Sassan Niasseri

 

Jonathan Torgovnik, Marie Consolй Mukagendo
„Kinder des Krieges: Ruanda und die unbekannten Folgen des Völkermords“, Fotografien und Interviews plus Interview-DVD, Zweitausendeins, 144 Seiten, 16 Ђ

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