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Kinderlesungen in Berlin

Kinderlesungen in Berlin

„Ronja Räubertochter“, „Harry Potter“, „Die unendliche Geschichte“, „Die drei Fragezeichen“ – die Literaturlandschaft ist voll von fantasievollen und spannenden Büchern für Kinder. Doch in 31 Prozent der deutschen Familien wird nicht vorgelesen, wie die Vorlesestudie 2014 der Stiftung Lesen zeigt. Dabei wird mit Lesen nicht nur die Sprachentwicklung und der Wortschatz, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit wesentlich gefördert.
Das Atze Musiktheater, von Hause aus auf Kinderbelange spezialisiert, organisiert nun die erste Leselounge für Kinder: Mit 30-minütigen Lesungen von Schauspielern im Foyer, auf der Bühne und hinter den Kulissen, darunter „Die Bremer Stadtmusikanten“ und eine „Woche voller Samstage“ kreiert das Theater eine Entdeckungsreise für Kinder, die gleichzeitig das Zuhören schult. Auch das Theater an der Parkaue hat aktuell einen Lesetag im Programm, hier liest die preisgekrönte Schauspielerin Katharina Thalbach aus der bekannten Geschichte vom Räuber Hotzenplatz vor.
Derlei Veranstaltungen zeigen, wie man Kinder ganz leicht für Bücher begeistern kann. „Lesen vermittelt ein Gefühl der Nähe“, sagt auch Ursula Frommholz, die Vorsitzende des Lesewelt Berlin e.?V., der seit 15 Jahren kostenlose Vorlesestunden veranstaltet. Darum sollte es auch eine Rolle im Familienleben spielen, denn gemeinsames Lesen ist qualitativ wertvolle Zeit, die Eltern und Kinder miteinander verbringen. Frommholz fügt hinzu: „Viel lesen ist wichtig, denn nur wer viel liest, liest schnell und hat Spaß am Lesen.“
Laut Statistik haben 54 Prozent der Kinder, denen vorgelesen wurde, und nur 38 Prozent, denen nicht vorgelesen wurde, Spaß am Lesen. Darum lesen Kinder, denen vorgelesen wird, später auch von selbst viel mehr.
In sogenannten Leseclubs können sich Kinder von 6 bis 12 Jahren zum Lesen treffen. Einmal die Woche sind hier besondere Aktivitäten wie Ausflüge in die Bücherei geplant. An den restlichen Tagen können die Kinder in kuscheligen Ecken in den neuesten Büchern und Zeitschriften schmökern oder Hörspielen lauschen.  
Schließlich sollte Lesen nicht als lästige Pflicht wahrgenommen werden, sondern als das erkannt werden, was es ist: eine der schönsten Möglichkeiten, sich zu entspannen. Der positive Nebeneffekt des Weiterbildens kommt dann ganz von selbst.

Text: Dilara Türkoglu

Foto: Sergey Nivens / fotolia


Adressen und Termine:

Atze liest!
Atze Musiktheater,
Luxemburger Straße 20, Wedding, So 19.4., 11–15 Uhr, Anmeldung und Infos unter ?www.atzeberlin.de

Katharina Thalbach liest Räuber Hotzenplotz
Theater an der Parkaue, Parkaue 29, ?Lichtenberg, So 19.4., 16 Uhr, Infos unter ?www.parkaue.de

Marian Funk liest „Survivor Dogs“
Buchbox! Kinderbühne, Lettestaße 5, ?Prenzlauer Berg, Mo 20.4., 17 Uhr, Infos unter ?www.buchboxberlin.de

Lesewelt ?Berlin e.?V.
Bezirkszentralbibliothek Tempelhof, Götzstraße 8–12, Tempelhof, Sa 18.4., 11–12 Uhr, Neueröffnung, ?weitere Termine unter ?www.lesewelt-berlin.org

Leseclubs
diverse Orte, ?z. B. Friedrich-Engels-Gymnasium, Emmentaler Straße 67, Reinickendorf, Mo–Do 14–15.30 Uhr, Mi Aktionstag, weitere Orte unter www.leseclubs.de

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