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Star-Vehikel: Händels Giulio Cesare an der Deutschen Oper

Die Deutsche Oper wagt sich an Händel – und stellt damit eine alte Frage neu: Wie groß darf Barockoper sein?
Text: Kai Luehrs-Kaiser
Veröffentlicht am: 26.03.2026
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Endlich mal Händel in der Deutschen Oper: Szene aus „Giulio Cesare“. Foto: Hubert Smith © Hubert Smith

Händel in der ganz großen Hütte, das gab’s noch nie. Zwar haben die Berliner Opernhäuser seit vielen Jahren komfortable und regelmäßige Barockstrecken bedient (von Harry Kupfer bis René Jacobs). Die Deutsche Oper blieb immer außen vor. Zu groß, angeblich. Obwohl eine siegreiche Händel-Serie an der Bayerischen Staatsoper schon in den 1990er-Jahren für Barockfurore im allergrößten Raum gesorgt hatte.

Unter dem kommissarischen Intendanten Christoph Seuferle macht man sich nun daran, diese Scharte auszuwetzen. Mit „Giulio Cesare in Egitto“ hat man das Werk mit der größten Starvehikelkraft gewählt. Händels 17. Oper (von über 40) handelt von den Liebeshändeln Julius Cäsars mit der Pharaonin Cleopatra – zur Zeit der Unterwerfung Ägyptens durch die Römer. Das Werk war 1724 am Haymarket eine der erfolgreichsten Opern von Händel überhaupt. Ein guter Einstieg für alle, die sich einmal einen Eindruck verschaffen wollen.

Die Inszenierung von David McVicar, der sich nach etlichen Jahren die Regiehörner gewiss abgestoßen hat, feierte vor über 20 Jahren in Glyndebourne Premiere. Das nennt man abgehangen. Cäsar wird hier wie zumeist von einer Frau gesungen: wegen einer kurzfristigen Absage von Mezzosopranistin Vasilisa Berzhanskaya allerdings von Senior-Counter Christophe Dumaux. Als Cleopatra kehrt die russische Koloratursopranistin Elena Tsallagova nach Berlin zurück. Als Cornelia orgelt Clémentine Margaine, es dirigiert Stefano Montanari. Insgesamt gibt es immerhin sieben Vorstellungen (bis in den Juni hinein). Man rechnet mit Zulauf.

Deutsche Oper Bismarckstr. 35, Charlottenburg, Sa 25.4., 18 Uhr, Di 28.4., 18:30 Uhr, Fr 1.5., 17 Uhr, So 3.5., 16 Uhr Karten 26–144 €


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