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Klassische Konzerte

12 Orte für klassische Konzerte in Berlin: Hier spielt die Musik

Von der weltweit bekannten Berliner Philharmonie bis zur Schwartzschen Villa mit ihren kleinen Salons für Kammermusik – Berlin hat verschiedenste Orte für klassische Konzerte zu bieten. Ihr wollt euch mal wieder einen schönen Abend machen und ein Konzert besuchen? Wir verraten, wo ihr musikalisches Programm in unterschiedlichen Locations genießen könnt.


Publikumsnähe in der Komische Oper

Die Komische Oper ist nach der Staatsoper und der Deutschen Oper das kleinste der Berliner Opernhäuser. Foto: Imago/Schöning

In der Behrenstraße hat sich viel gewandelt im Laufe der vergangenen Jahrhunderte: ab 1764 das Theater in der Behrenstraße, nach dessen Abriss das Theater Unter den Linden im neobarocken Stil, dann das Metropol-Theater, das unter den Nazis geschlossen werden musste und schließlich die 1947 neueröffnete Komische Oper. Aber der Geist ist die meiste Zeit gleichgeblieben. Die Inszenierungen sollen zeitgemäß und publikumsnah sein – deshalb auch „komisch“! Der Name lehnt sich an die Tradition der französischen Opéra comique an: Die steht nicht unbedingt für Komik im Sinne einer komödiantischen Oper, sondern für Publikumsnähe.


Waldbühne: Besondere Akustik in der Murellenschlucht

Im Sommer treten in der Waldbühne die Berliner Philharmoniker sowie das West-Eastern Divan Orchestra zu Konzerten zwischen den Saisons auf. Foto: Imago/Future Image

Aus randvollen S-Bahnen drängen bis zu 22.000 Gäste Richtung Waldbühne: zum jährlichen Sommerkonzert der Berliner Philharmoniker, einem Auftritt von Herbert Grönemeyer, der Show von Otto oder auch mal für einen Kinoabend unter freiem Himmel – im Talkessel umgeben von Waldkulisse hat ein Film wie Jurassic Park noch einmal eine ganz andere Wirkung. Für Open-Air-Begeisterte haben wir hier eine Auswahl an Berliner Freilichtbühnen zusammengestellt.

Die Waldbühne wurde zur Zeit des Nationalsozialismus ursprünglich für die Olympischen Spiele gebaut: für Turnwettkämpfe, aber vor allem auch das Rahmenprogramm. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier verschiedenste Veranstaltungen statt, bis 1965 ein Konzert der Rolling Stones so ausartete, dass die Waldbühne jahrelang nicht mehr zu nutzen war. Inzwischen ist die Freiluftbühne in der Murellenschlucht international bekannt und in der Sommersaison nicht nur Spielort für Rock, Pop und Klassik, sondern Veranstaltungen jeder Art.


Prunkvolles Ambiente im Konzerthaus

Schinkel hat mit dem damaligen Schauspielhaus einen Tempel für die schönen Künste erbaut. Foto: Imago/McPHOTO

Das Konzerthaus Berlin ist eine der namenhaften Adressen für klassische Musik in Berlin. Das beeindruckende Gebäude am Gendarmenmarkt wurde von Karl Friedrich Schinkel ursprünglich als Königliches Schauspielhaus entworfen, heute besuchen die Gäste den klassizistischen Bau für Konzerte. Das Innere des Gebäudes stammt auch aus der Schinkel-Zeit? Könnte man denken. Tatsächlich wurde es erst in den 1970er Jahren entworfen – ahmt aber den Schinkel-Stil nach. Mehr Wissenswertes zum Konzerthaus, seinen Sälen und dem hauseigenen Konzerthausorchester findet ihr hier.

  • Konzerthaus Berlin Gendarmenmarkt, Mitte, mehr Infos unter konzerthaus.de

Dinieren und und die Ohren spitzen in der Orangerie vom Schloss Charlottenburg

Wie Fürst:innen von vor mehr als 200 Jahren darf man sich bei den Residenz Konzerten in der Großen Orangerie am Schloss Charlottenburg vom Zeremonienmeister durch den Abend leiten lassen. Foto: Imago/Eventpress

Zügigen Schrittes eilen die Bediensteten durch die Orangerie des Schloss Charlottenburgs, um den Gästen ihr Diner zu servieren. Der Zeremonienmeister kündigt die Musik an: In ausladenden Kostümen tritt das Berliner Residenz Orchester auf die Bühne und setzt den Bogen an zu Mozart, Bach und Vivaldi. Eine musikalische Soirée aus längst vergangenen Zeiten könnte man denken – findet aber heute statt! Die Große Orangerie vom Schloss Charlottenburg lädt ein zu musikalischen Abenden in historischem Ambiente. Wie der Hochadel von vor mehreren Jahrhunderten können die Gäste traditionelle Köstlichkeiten verspeisen und anschließend dem musikalischen Programm aus Stücken der Barockzeit und der Wiener Klassik lauschen. Infos zum Schloss Charlottenburg und anderen Sehenswürdigkeiten des Stadtteils findet ihr hier.


Zitadelle Spandau: Kultur in der Festungsanlage

Die Zitadelle Spandau ist eine der besterhaltenen Festungen der Hochrenaissance in ganz Europa und auch unabhängig von Veranstaltungen einen Ausflug wert. Foto: Imago/Schöning

Für geschichtsbegeisterte Konzertgänger ist auch die Zitadelle Spandau einen Besuch wert: Im Gotischen Saal der Festung finden Konzerte für Alte Musik, Kammermusik und Chorkonzerte oder verschiedene andere Veranstaltungen statt. Seine Backsteinmauern und die holzverkleidete Decke tauchen den Saal in eine besondere historische Atmosphäre. Aber auch andere Räumlichkeiten der Zitadelle werden mit klassischer Musik bespielt – seitdem die Ära der lärmenden Flugzeuge über Spandau vorbei ist, können sogar Konzerte im Außenbereich der Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert stattfinden. Geschichtliches und Wissenswertes zur Zitadelle Spandau allgemein könnt ihr hier erfahren. Vielleicht lohnt sich der Ausflug nach Spandau auch, um ein bisschen Natur zu erleben: Inspiration für Spaziergänge durch den Randbezirk Spandau könnt ihr hier sammeln.


Die Berliner Philharmonie: eins der schönsten Konzerthäuser weltweit

Zwischen Sony-Center und Tiergarten steht seit den 1960er Jahren die Berliner Philharmonie: Aus dieser Perspektive sieht sie vielleicht aus wie ein Zirkuszelt, von einer anderen Seite könnte sie aber auch an ein riesiges Schiff erinnern. Foto: Imago/POP-EYE

Wie ein gelbes Zelt ragt die Philharmonie in den Berliner Himmel. Mit ihren verschiedenen segelartigen Elementen sieht sie aus jedem Blickwinkel anders aus – irgendwie fröhlich und edel. Das soll wohl auch der Plan des Architekten Hans Scharoun gewesen sein, der das Gebäude eigentlich in Anlehnung an den lustigen Harlekin der Commedia Dell’ Arte etwas bunter gestalten wollte. Die Philharmonie sollte ein Konzertsaal für die Musik und den Menschen werden – so kam es zu der untypischen Form, bei der das Podium mittig platziert ist und sich die Zuschauenden teils gegenübersitzen. Ein wunderschöner Saal mit hervorragender Akustik ist entstanden und gleich anbei ein zweiter: der Kammermusiksaal. Die Berliner Philharmoniker sind weltweit eins der besten Orchester und haben sich im letzten Jahrhundert vor allem unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan einen Namen gemacht. Mehr zur Philharmonie und ihrer Geschichte lest ihr hier.


Die Schwartzsche Villa: Vom großbürgerlichen Sommersitz zum Kulturzentrum

In unmittelbarer Nähe zum Rathaus Steglitz auf der einen und dem Steglitzer Kreisel auf der anderen Seite steht die Schwartzsche Villa. Die Gartenterrasse auf der Rückseite der Villa bietet eine überraschende Idylle im Gegensatz zur großen Kreuzung an der Vorderseite. Foto: Imago/Joko

Erst ein Sommersitz für den Bankier Carl Schwartz, nach dem Zweiten Weltkrieg ein Waisenhaus, heute ein Kulturzentrum – und Café: auf der Terrasse auf der Rückseite der Schwartzschen Villa kann man herrlich sitzen, essen, trinken und plauschen. Neben den beiden Salons, die für Konzerte und Lesungen von Veranstaltern angemietet werden können, beherbergt die Schwartzsche Villa auch eine Galerie, ein Zimmertheater, ein Kaminzimmer für Sitzungen sowie ein Atelier unterm Dach, eine Radierwerkstatt und ein Fotolabor. Der Ausflug zu Schwartzschen Villa lohnt sich also nicht nur für einen musikalischen Abend!

  • Schwartzsche Villa Grunewaldstraße 3, Steglitz, mehr Infos online

Jahrhundertelange Tradition in der Staatsoper Unter den Linden

Die Staatsoper Unter den Linden liegt in einer Umgebung von Museen, Kulturhäusern und der Humboldt-Universität. Der Opernbesuch lässt sich wunderbar mit einem Ausflug auf die Museumsinsel verbinden. Foto: Staatsoper Unter den Linden/Marcus Ebener

Die Staatsoper Unter den Linden wurde 1742 eröffnet und ist damit das älteste Opernhaus Berlins. Wer sich für preußische Architektur interessiert, sollte einen Blick in unsere Liste der 12 Baumeister werfen, die Berlin besonders geprägt haben. Aber auch das hauseigene Orchester, die Staatskapelle, kann mit seiner 450-jährigen Geschichte schon auf eine lange Tradition zurückblicken. Der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff schuf mit dem prächtigen Gebäude das seinerzeit größte freistehende Opernhaus in Europa – die Akustik war damals aber noch nicht so optimiert wie heute. Deshalb wurde ab den 1990er eine elektronische Anlage zur Nachhallverlängerung verwendet. Zwischen 2010 und 2017 wurden die Berliner dann aber nicht mehr in die Staatsoper Unter den Linden geladen, sondern in die Staatsoper im Schillertheater. In dieser Zeit wurde die Decke des Saals auf Wunsch des Generalmusikdirektors Daniel Barenboim um vier Meter angehoben, um die Nachhallzeit auch ohne Optimierungsanlage zu verlängern.


Konzerte im Sendesaal des Haus des Rundfunks

In den Sendesälen des Haus des Rundfunks wird nicht nur geprobt und aufgenommen: Es finden auch regelmäßig öffentliche Konzerte statt. Foto: Imago/Joko

„Haus des Rundfunks“ prangt in großen Lettern über dem Eingang des von Hans Poelzig entworfenen Klinkerbaus in der Masurenallee. Mehr über Expressionismus in der Berliner Architektur könnt ihr hier erfahren. Seit 1931 wird aus der Rundfunkzentrale gesendet, seit 2003 ist der Gebäudekomplex Sitz des Rundfunks Berlin-Brandenburg, dem rbb. Zu DDR-Zeiten war das Haus samt Berliner Rundfunk unter sowjetischer Kontrolle. Als es 1956 schließlich dem Berliner Senat übergeben wurde, fehlte ein Großteil der Technik – die wurde jetzt im neuen Funkhaus im Osten genutzt. Außerdem war die Einrichtung teilweise zerstört – sowjetische Wächter hatten das Holz als Heizmaterial verwendet. Nach einer gründlichen Renovierung zog der Sender Freies Berlin in den Komplex ein. In den 1980er Jahren musste ein Teil der Renovierungsarbeiten allerdings wegen des Denkmalschutzes wieder auf den ursprünglichen Stand zurückgesetzt werden. Berlin und das Radio: 100 Jahre Rundfunkgeschichte in Stadt und Umland lest ihr hier.

  • Haus des Rundfunks Masurenallee 8-14, Charlottenburg, Infos zu Veranstaltungen online

Die Deutsche Oper: Transparent und schlicht, aber edel

Nicht nur aus der Fensterfront heraus hat man einen schönen Ausblick. Auch Passanten auf der Straße können in das Foyer der Deutschen Oper hineinschauen. Foto: Imago/DRAMA-Berlin.de

Seit den 1960er Jahren ragt die Fassade der Deutschen Oper mit einer Metallskulptur von Hans Uhlmann an der Bismarckstraße empor. Vielleicht zu massiv für mache, aber die Wand schützt den Saal vorm Straßenlärm und seitlich ist das Gebäude durch eine Glasfassade geöffnet, die von den Foyers aus einen tollen Blick auf die Stadt freigibt. Der Saal ist mit seiner Holzverkleidung edel, aber recht schlicht gehalten: Es soll um die Musik und die Aufführung gehen, nicht um Prunk. Das Orchester der Deutschen Oper ist besonders bekannt für sein Wagner-Repertoire, weshalb viele der Musiker:innen auch für die Bayreuther Festspiele angeworben werden.


Der Pierre Boulez Saal ist eine Schnittstelle verschiedener Kulturen

Es wirkt als wäre jeder Platz unmittelbar an der Bühne. Gehry schuf einen Saal, in dem sich Publikum und Musiker:innen ganz nah sind. Foto: Imago/PEMEX

Wo früher einmal das Kulissenmagazin der Staatsoper Unter den Linden war, werden heute auch Gäste zu Konzerten eingeladen. Der Architekt Frank Gehry baute einen ovalen Saal in das alte Gebäude. Im Pierre Boulez Saal in der Französischen Straße finden Konzerte für klassische Kammermusik, aber auch Zeitgenössisches, arabische Musik oder Jazz statt. Der 2017 eröffnete Saal gehört zur Barenboim-Said Akademie, die besonders Musiker:innen aus dem Nahen Osten fördert. Mit der Akademie und dem West-Eastern Divan Orchestra hat Daniel Barenboim zusammen mit Edward Said einen völkerverständigenden Ort geschaffen, an dem Respekt und Toleranz herrschen. Mehr zum Pierre Boulez Saal, der Barenboim-Said Akademie und dem West-Eastern Divan Orchestra könnt ihr hier nachlesen.

  • Pierre Boulez Saal Französische Straße 33D, Mitte, mehr Infos unter boulezsaal.de

Villa Elisabeth: Musik im ehemaligen Gemeindehaus

Die Kirche St. Elisabeth und ihr Gemeindehaus werden heute nicht mehr zu religiösen, sondern kulturellen Zwecken genutzt. Foto: Andreas Praefcke/Wiki Commons/CC BY 3.0

Helles Licht fällt durch die großen Fenster und taucht den Parkettsaal mit den stuckverzierten Säulenbögen in eine leichte, offene Atmosphäre. Ursprünglich hat der Architekt Adolf Brückner die Villa 1907 als Gemeindehaus für die Schinkel-Kirche St. Elisabeth gebaut, die im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde. Heute ist die Villa Elisabeth in der Invalidenstraße ein vielfältiger Ort für Kultur: In den Räumen werden neben klassischer Vokal- oder Kammermusik zeitgenössische und experimentelle Musik sowie Tanz- und Musiktheater aufgeführt. Das denkmalgeschützte Gebäude öffnet seine Flügeltüren auch für musikalische Nachwuchsprojekte.


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Nach dem musikalischen Programm soll es kulinarisch weitergehen? Hier findet ihr unsere Top-Restaurants in Mitte oder unsere Empfehlungen fürs Essengehen in Charlottenburg. Vielleicht lohnt es sich ja auch vor einem Konzert noch ein Museum zu Besuchen: Geschichte und Wissenswertes zur Museumsinsel lest ihr hier. Alle Tipps zu Sehenswürdigkeiten der Stadt findet ihr hier.

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