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„Klassisch abhängen“ im Radialsystem

William Dongois

Das Spreeufer wird bekanntlich bald Bürolandschaft werden. Dann wird es schwieriger, Plätze mit goldenem Spreeblick zu finden. Die Macher des Radialsystems sind sich ihrer glänzenden Lage am Ufer bewusst. Die Spreeterrassen am Radialsystem zählen jetzt schon zu den idyllischsten Flecken Berlins, an denen man nach einem Tanzabend ein Bier ordern kann. Demnächst wird man dort, neben der Flussbetrachtung, zudem Konzerte hören.
Das Künstlerhaus hat eine Reihe konzipiert, die sich schon dem Namen nach an Leute richtet, die Klassik lieber ohne die gewohnte Etikette hören wollen. „Es gibt bei uns ja die ‚Nachtmusik‘, und die kommt gut an“, berichtet Benjamin Czernek aus der Presseabteilung. „Klassisch abhängen“ sei nun die „Sommervariante“ der etablierten spätabendlichen Konzertreihe im Studio, bei der es sich das Publikum ringsum auf Yogamatten bequem macht. Auch in der Sommerluft-Version wird es die Möglichkeit zum Liegen, Fläzen, Sitzen geben, während Ensembles wie das Vokalquintett Berlin oder das Athena Quartett musizieren. Der Unterschied besteht vor allem in der Wahlmöglichkeit zwischen aufmerksamem Hören und Sehen im Saal und dem eher abhängendem Lauschen im Freien via Übertragung. Den Auftakt wird der französische Zink-Virtuose William Dongois (Foto) samt Ensemble setzen mit einem Programm frühbarocker Sonaten aus Italien von Giovanni-Battista Fontana und Giovanni Buonamente.

Text: Ulrike Rechel

Klassisch abhängen, 14.–23.7., Radialsystem

William Dongois & Ensemble, Do 14.7., 21 Uhr, AK: 10 Euro (ermäßigt 5 Euro), auf der Spreeterrasse kostenlos

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