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„Kopf hoch“ von Eva Apraku

Eva Apraku

„Weiß sie, was sie tut?“ fragte die Wochenzeitung „Die Zeit“ kürzlich auf ihrem Titelblatt angesichts der ungewohnten Offenheit, mit der die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Ansturm tausender Flüchtlinge umgeht. Andere drehen Angela Merkels optimistisches Vorpreschen „Wir schaffen das!“ in die ängstliche  Frage um „Schaffen wir das?“
Ja, es ist eine Mammutaufgabe, die sich uns mit der explosionsartigen Zuwanderung von Flüchtlingen derzeit – und auch künftig – stellt. Deutschland wird sich verändern. Wie, wissen wir noch nicht genau. Unter den Flüchtlingen werden viele sein, die unser Land bereichern. Einige werden mit uns nicht klarkommen – und wir nicht mit ihnen. Probleme, mit denen man dann wird umgehen müssen. So wie immer.
Dass die Kanzlerin sich dem Flüchtlingsandrang stellt und nicht einfach die Schotten dicht macht, ist großartig. Denn die Probleme von heute und morgen löst man nicht mit Methoden, die sich bereits in der Vergangenheit nicht bewährt haben. Die Welt ist globaler geworden, alle hängen mit allen zusammen. So wenig, wie wir das Internet wieder abschaffen oder naiv auf eine „saubere“ Energieversorgung durch Atomkraftwerke vertrauen können, so wenig können wir durch Krisen und Kriege ausgelöste Völkerwanderungen aussitzen und ignorieren.
Es ist Zeit, den Kopf aus dem Sand zu nehmen und uns den Problemen zu stellen. Sei es durch Hilfe vor Ort in den Krisenländern oder durch diplomatischer Druck auf Nachbarstaaten: Die Asylsuchenden werden uns dabei helfen, kreativer zu werden und die Zukunft anzupacken.

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