Kultur

Körnerpark

Körnerpark

Im Kiez zwischen Hermann- und Karl-Marx-Straße liegt der Körnerpark, ein kunstvolles Stück Gartengestaltung. Mit seinem streng axialen Aufbau und der schmuckvollen Architektur ist die Anlage ein beeindruckendes Beispiel barockisierender Gestaltungstendenzen in der städtischen Landschaftsästhetik. Und ein schmucker Vorgarten für die Neuköllner Nachbarschaft.

Diese macht sich auf dem Osthang des Parks (Eingang Wittmannsdorfer Straße) breit. Familien spielen Federball, und Verliebte genießen die letzten Sonnenstrahlen vor Tagesende. Von den balkonartigen Aufgängen, die in den tiefer gelegenen Park führen, beobachten junge Männer mit Fluppe im Mund die Szene. Kurz darauf erobern sie ein geschütztes Rasenstück und vollführen akrobatische Übungen, die so was wie Kung-Fu darstellen sollen.

Die Schilder „Der Rasen darf nicht betreten werden“ scheinen sie eher als dekoratives Element denn als Hinweis zu verstehen. Parksheriffs sind zum Glück nicht zu sehen und auch selten unterwegs. Trotz der subversiven Energie der Anwohner ist die Anlage aber erstaunlich sauber. Auch die jungen Männer im Open-Air-Kraftraum werfen ihre Zigarettenschachteln nicht in die geometrisch angelegten Rabatte. Überfüllte Mülleimer sucht man vergebens. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Park von 22 bis 7 Uhr verschlossen wird.

Der nach dem wohlhabenden Bürger Franz Körner benannte Park entstand zwischen 1912 und 1916 nahe dem ehemaligen Dorfkern Neuköllns, in Rixdorf. Da das Gelände davor als Kiesgrube diente, liegt der Park fünf bis sieben Meter tiefer als die umliegenden Wohnstraßen und ist von imposanten Einfassungsmauern umgeben. An ihrem westlichen Teil angeschmiegt, liegt eine normalerweise für Schlossparks typische Orangerie.

Der Vorplatz wird nach der Sanierung in den 70er Jahren heute wieder von schattenspendenden Pflanzenkübeln geschmückt. Die Anlage ist nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und dem folgenden Verfall zum größten Teil wieder hergestellt. Perfekt wäre, wenn das leere Teichbecken nicht von einem Bauzaun eingeschlossen und die Wassertreppen nicht ausgetrock­net wären.

Immer Sonntags ab 18 Uhr veranstaltet die in der Orangerie gelegene Galerie im Körnerpark die Konzertreihe „Sommer im Park“ mit Schwerpunkt auf internationaler Folklore.


Text:
Susan Schiedlofsky

Grillen: Nein. Die Rasenflächen dürfen offiziell nicht mal betreten werden.

Spiel & Sport: Ballspielverbot! Basketball und Fußball ist auf dem Spielplatz nebenan möglich (Schierker-, Ecke Selkestraße).

Essen & Trinken:
Kaffee und Kuchen gibt es im Cafй in der Galerie im Körnerpark (Di-So 10-18 Uhr).

Schönster Platz: Der perfekte Ort für einen romantischen Nachmittag zu zweit: strahlend weiße Bank unter mächtigen Platanen.

Sauberkeit:
Außer Blättern vom Vorjahr war nichts zu finden.

Besser nicht: Zwei Regeln. Erstens: Eine Brunnenbaustelle ist kein Spielplatz für Kinder. Zweitens: Kampfsportler im Blumenbeet sollte man nicht beim Training stören.

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