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Kulturveranstaltungen ab 19. März: Berlin macht den Test – aber mit Test

Wie können Lockerungen im Bereich von Kulturveranstaltungen aussehen? Wie lassen sich Konzerte, Theateraufführungen und ähnliche Events in der Pandemie sicher durchführen? In Berlin startet ein Pilotprojekt, um das herauszufinden. Ab 19. März finden wieder Kulturveranstaltungen vor größerem Publikum statt – ein Testlauf für mögliche Lockerungen. Wie das gelingen soll, was es zu sehen gibt und welche Regeln gelten.

Macht den Auftakt: Das Berliner Ensemble führt am 19. März Kulturveranstaltungen vor Publikum durch. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Macht den Auftakt: Das Berliner Ensemble führt am 19. März Kulturveranstaltungen vor Publikum durch. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Hoffnung für die Kulturbranche? Einige Veranstaltungen geplant

Es ist ein Projekt, das Hoffnung macht: die Rückkehr ins kulturelle Leben. Bühen, die für Live-Publikum bespielt werden, nicht nur für Zuschauer*innen im Livestream. Volksbühne, Philharmonie, Clubcommission, Berliner Ensemble, Holzmarkt, Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden und visitberlin wagen dafür ein Pilotprojekt.

„Berlins Kultureinrichtungen haben sich im vergangenen Jahr sehr verantwortungsbewusst verhalten. Angesichts nun möglicher Öffnungsszenarien übernehmen Kultureinrichtungen auch weiter gesellschaftliche Verantwortung“, betont Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke). Vom 19. März bis 4. April bieten die Locations unter strengen Hygieneauflagen ganz unterschiedliches Programm. Kern des Pilotprojektes: der durchgängige Einsatz von Schnelltests.

Theater, Oper, Konzerte: Diese Kulturveranstaltungen finden als Pilotprojekt statt

  • Am 19. und 20. März eröffnet das Berliner Ensemble das Projekt zur Untersuchung der Durchführbarkeit von Kulturveranstaltungen. Gezeigt wird an beiden Abenden „Panikherz“ nach dem Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre in der Regie von BE-Intendant Oliver Reese. Die tipBerlin-Kritik zum Stück „Panikherz“ hier.
  • In der Berliner Philharmonie findet ein Sinfoniekonzert statt: am 20. März mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Kirill Petrenko.
  • Im Konzerthaus Berlin geben Christian Tetzlaff, Elisabeth Kufferath, Tanja Tetzlaff und Kiveli Dörken am 25. März ein Kammerkonzert im kleinen Saal.
  • Die Clubcommission und der Holzmarkt kooperieren für eine Veranstaltung, die nicht als Clubnacht gedacht ist: Am 27. März findet im Säälchen ein Konzert von Fatima Yamaha statt.
  • Die Volksbühne Berlin beteiligt sich mit einer Uraufführung am Pilotprojekt: Am 1. April ist „come as you are (jokastematerial oder der kapitalismus wird nicht siegen)“ von Fritz Kater zu sehen. Regie: Armin Petras.
  • Am 2. April öffnet die Staatsoper Unter den Linden für das Testpublikum. Gezeigt wird eine Neuinszenierung von Mozarts „Le nozze di Figaro“. Regie: Vincent Huguet. Am Pult steht Daniel Barenboim.
  • Die Deutsche Oper Berlin zeigt am 4. April Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini“, dirigiert von Carlo Rizzi, inszeniert von Christof Loy.
  • Auch visitberlin beteiligt sich am Pilotprojekt. Am 25. März findet eine Tagung mit Unternehmen der Tagungsindustrie im Hotel Estrel statt.

Kulturveranstaltungen in Berlin ab 19. März: Maske und Test erforderlich

Die Veranstaltungen bedeuten noch keine generelle Öffnung für Kulturinstitutionen, aber dienen als „Blaupause zu testen, wie Kulturveranstaltungen sicher funktionieren können“, so Lederer.

Die Sicherheitsauflagen sind teils noch aus dem vergangenen Jahr bekannt: Tickets werden personalisiert ausgegeben, um Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Ein Personalausweis oder Pass muss beim Eintritt vorgelegt werden. Die Veranstaltungen finden mit reduzierter Platzzahl statt, das Tragen von medizinischen oder FFP2-Masken ist darüber hinaus Pflicht.

Am wichtigsten ist aber der Test der Teststrategie: Die Kulturveranstaltungen ab 19. März in Berlin dienen dazu, die Schnelltest-Logistik auf die Probe zu stellen. Sowohl die Performer*innen als auch das Publikum müssen am Veranstaltungstag einen negativen Antigen-Schnelltest vorweisen. Das Ergebnis darf nicht älter als zwölf Stunden sein. Die Corona-Schnelltests werden in Kooperation mit verschiedenen Berliner Testzentren kostenfrei zugänglich gemacht.

Der Vorverkauf für „Panikherz“ am Berliner Ensemble beginnt am 15. März, die anderen Institutionen informieren bald über Ticketkäufe. Nach dem Ticketkauf erhält man einen Link zu den teilnehmenden Testzentren und bucht selbstständig einen Test-Termin. Alles, was ihr über Schnelltests in Berlin wissen müsst, lest ihr hier.


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