Werkschau und neues Werk: Bjørn Melhus stellt im Silent Green aus

Bjørn Melhus (ein gebürtiger Schwabe, was sein Name nicht vermuten lassen würde) lebt seit 1987 in Berlin. Mit dem Kulturzentrum Silent Green ist er mehrfach verbunden, eine seiner Skulpturen steht im Garten des Mars, des dortigen Restaurants. Nun hat er die Gelegenheit wahrgenommen, für die Betonhalle, einen der interessantesten, aber auch schwierigsten Kunsträume in Berlin, eine Einzelausstellung zu gestalten, die er als eine Art Karriere-Überblick in Form von Exzerpten gestaltet hat.
„Lost In Finity“ beginnt dementsprechend mit dem langen Abstieg über die Rampe in das unterirdische Geschoss, man geht auf Figuren zu, die das Publikum mit einem „hello“ willkommen heißen: Wie in vielen anderen Fällen spielt Melhus hier selbst die Rolle, im konkreten Fall ein Kind im Pyjama.
Für Björn Melhus’ Ausstellung „Lost in Finity“ sollte man sich Zeit nehmen
Der Bezug zur originalen Arbeit „Sometimes“ aus dem Jahr 2002 stellt sich nicht mehr her, und insgesamt baut Melhus aus Fragmenten ein neues Ganzes, in dem er mit Motiven der Apokalyptik und digital generierter Zukünfte arbeitet. Wie bei fast allen vergleichbaren Ausstellungen ist „Lost in Finity“ auch eine akustische Installation, die in der Berliner Präsentation von „Revelation“ einen Höhepunkt findet: Die Arbeit entstand 2023/24 an der Villa Massimo in Rom und lässt biblische Endzeitmotive auf Gaming-Software treffen. „Lost In Finity“ ist zugleich Werkschau und neues Werk – man sollte sich Zeit nehmen, um sich von Ideen und Tönen durch diesen im besten Sinn unheimlichen Bildraum treiben zu lassen.